Sonntag, 11. Oktober 2009

10 km de Tours

Wir rennen dem Ziel entgegen! Und zwar nicht nur bildlich dem Ende unseres Frankreichsaufenthalts sondern auch wirklich bei dem alljährlich stattfindenden Rennen über 10 km der Stadt Tours...was bleibt mir dazu zu sagen? Es war lang, anstrengend und VOLL...ein par tausend Leute hatten sich an diesem letzten Sonntag im September aufgemacht um sich eine Runde durch die Stadt zu quälen. Einige von ihnen verkleidet als Priester, Hühner oder Cowboys...

Wir waren auch verkleidet und zwar als "Studenten"..

ausgerüstet mit einem Uni-T-Shirt im dezenten weiß machte sich unser Trupp auf den Weg: Auf dem ersten KM noch dicht zusammen, trennten wir uns bald aufgrund unterschiedlicher "Trainingsniveaus" aber es bleibt festzuhalten, dass wir alle angekommen sind und zwar noch vor den Priestern (wer sich für die Zeiten interessiert schaue bitte auf der Homepage)!

Es folgen weitere Impressionen



Donnerstag, 10. September 2009

Buddelei in Tautavel! - Teil 5: das Wort zum Schluss

Finalement noch ein letzter Beitrag zu unserem Ausgrabungspraktikum!
Bis jetzt habe ich ja fast nur positives erzählt. Da stellt sich natürlich die Frage: gab es überhaupt auch negative Aspekte?? Und eigentlich kann man ganz klar sagen "Nein" ;)
Allerdings waren wir beide nach 4 Wochen Camping doch ziemlich froh, unsere Zelte im wahrsten Sinne des Wortes abreißen zu können! Unser "Ankleidezelt" hatte nämlich dem Mistralwind und ein par Gewitter denen es ausgesetzt war nicht standgehalten und war gerissen ;) Kurzer Hand schnitten wir eine Tür hinein um unsere Koffer herauszuholen. Und natürlich war die Aussicht endlich wieder eine Nacht in einem richtigen Bett zu verbringen genauso wie die auf eine lange Dusche sehr sehr verlockend!
Das Zelten hat uns aber auch gezeigt, dass manchmal eine einzige Hose für ganze 4 Wochen ausreichen kann (natürlich haben wir die zwischendurch immer wieder gewaschen) und dass man generell doch auf so manche "Luxusartikel" ohne weiteres verzichten kann ^^

Nun noch eine kurze abschließende Bewertung der fouilles à Tautavel: ça déchire! ça déchire gravement!!!

Donnerstag, 20. August 2009

Buddelei in Tautavel! - Teil 4: "Vamos a la playa" und andere Freizeitaktivitäten

Natürlich blieb neben der harten Ausgrabungs-Arbeit trotzdem auch noch viel Zeit für schöne und lustige Unternehmungen! Und einige dieser Unternehmungen waren für uns sogar noch sehr lehrreich! So verbrachten wir einige Zeit damit eine Liste von typisch französischen Ausdrücken zusammenzustellen. Eine kleine Auswahl findet ihr in den "mots der Woche" ;)

Besonders toll fanden Alex und ich aber unseren Wochenendausflug nach Spanien ans Meer! Nach einigem Überreden und wiederholtem Nachfragen konnten wir 2 der französischen Ausgräber/Innen, die mit dem Auto angereist waren davon überzeugen mit uns zusammen eine Fahrt ans Meer zu organisieren. Und so saßen wir an einem herrlich sonnigen Sonntag auf 2 Autos verteilt und fuhren noch weiter in Richtung Süden! Unsere Fahrt wurde nur von einer Mittagspause mit Restaurant-Besuch unterbrochen, und schon lag das Mittelmeer vor uns. Herrlich!

Ansonsten haben wir noch einige kleinere Ausflüge und Spaziergänge nach Tautavel und Umgebung unternommen. Wir haben das "musée de la préhistoire" besichtigt, haben uns einen Vortrag über die Evolution des Affen angehört und sind in den Bergen herumgeklettert, haben im Verdouble gebadet, in der Sonne gelegen...
Und natürlich sind auch diverse Abendaktivitäten während der gesamten 4 Wochen nicht zu kurz gekommen! Wir konnten die Franzosen vor allem fürs Meiern begeistern. Allerdings scheint ihnen dieses Spiel nicht so wirklich zu liegen, was sie aber nicht davon abgehalten hat es wieder und wieder zu versuchen uns zu "besiegen" :)

Buddelei in Tautavel! - Teil 3: les fouilles et la vie quotidienne

So weit so gut, wir waren wohlbehalten auf der Grabungsstätte angekommen, unser Zelt stand und die ersten sozialen Kontakte waren auch schon geknüpft. Kommen wir dann jetzt also zu den wirklich wichtigen Dingen ;)

Wie sah ein normaler Ausgrabungs-Arbeits-Tag in Tautavel aus?


  • Variante 1: buddeln und alles was damit zusammenhängt: Es gibt da also zunächst einmal den ganz normalen Grabungsalltag. Das bedeutete für Alex und mich, dass der Wecker um 17 nach 7 Morgens klingelte, wir uns dann in Rekordtempo anzogen und die Zähne putzten und mehr oder weniger pünktlich um halb acht beim Frühstück saßen. Nur nebenbei sei erwähnt, dass das Frühstück schon nach kurzer Zeit etwas gewöhnungsbedürftig wurde, da es jeden Tag nur Baguette mit Aprikosenmarmelade gab! :) Um acht Uhr folgte dann ein eher unangenehmer Teil des Tages, das sogenannte "Topo", ein Vortrag über ein beliebiges archäologisches Thema, dass zu Tautavel passt. Das war ja eigentlich meistens auch recht interessant, aber es war halt trotzdem ziemlich früh und das ganze war auf französisch ... Auch das daran anschließende tamisage erfreute sich nicht allzu großer Beliebtheit bei den Ausgräbern. Immerhin musste man dafür morgens um 9 in kaltem Wasser auf glitschigen Steinen stehen und die bei der Ausgrabung angefallene Erd-und Steinmasse so lange sieben, bis sie komplett von Erde und anderem Dreck gereinigt war. Nun wurden alle Ausgräber in zwei Gruppen eingeteilt, die einen blieben "unten" und machten "lavage - marquage" (meistens mit Agnes) und die anderen kletterten zur Höhle hinauf um dort dann wirklich auszugraben. Zur lavage-marquage gehörte es die ausgegrabenen Objekte zu waschen (oft ganz klischeehaft mit Zahnbürste ^^) und danach fein säuberlich zu beschriften. Das war eigentlich eine ganz angenehme Arbeit, also nicht allzu anstrengend und kräftezehrend, allerdings wurde es umso kleiner die Objekte waren natürlich auch immer kniffliger! Am meisten Spaß machte aber natürlich das eigentliche ausgraben oben in der Höhle! Einziger kleiner Nachteil hier war nur dass man dazu erst einen nicht ganz kleinen Berg hinauf steigen musste und das meist in der drückendste Hitze. Einmal oben angekommen hatte man dafür einen herrlichen Blick über das Tal. Die Höhle selber war ziemlich groß und vor allem durch das langjährige Ausgraben schon ziemlich tief. Mit Hilfe von Schnüren und Gewichten hatte man sie in jeweils 1*1 Meter große carrés unterteilt die dann einzeln ausgegraben wurden. Dazu benötigte man ein "cahier de fouilles" eine Schaufel, einen Pinsel, Hammer und Meißel, einen Eimer und je nach carré noch ein "utile de dentiste" - ein Zahnartzinstrument! Je nach Härte des carrés arbeitete man sich dann mehr oder weniger schnell nach unten vor, wobei man alle anfallenden archäologischen Funde (Knochen, bearbeitete Steine, Holz, etc) sorgfältig und vorsichtig aus der Erde entfernte und dann für den Rücktransport aus der Höhle beschriftete. Der Fund musste dann noch gemessen, in das cahier de fouilles eingetragen und gezeichnet werden. Auch wenn sich das jetzt ziemlich einfach und unkompliziert anhört, konnte das ganze doch auch sehr kniffelig sein!
  • Variante 2: le jour de service: Hier noch die weit unbeliebtere Arbeitsvariante in Tautavel. Jeden Tag wurden 1 bis 2 Ausgräber (je nach Personenzahl) zum Küchendienst abgestellt. Das hieß abends spülen, am nächsten Morgen dann früh aufstehen, Frühstück machen, spülen, Mittagessen kochen, spülen, schließlich noch das Abendessen kochen und zwischendurch die Sanitäranlagen zu reinigen sowie eine "tache spéciale" (wie z.B die Küche aufräumen) erledigen. Alex und mir graute von Anfang an vor diesem Tag. Wie sollten wir es je schaffen ein einigermaßen genießbares Essen für 15-20 Personen zu kochen?? Allerdings waren die Franzosen dann doch recht leicht zufrieden zustellen, wenn sie auch ihr eigenes Essen immer am liebsten mochten ;) Vor allem auf unsere Apfelpfannkuchen waren wir aber trotzdem recht stolz!

Buddelei in Tautavel! - Teil 2: Die Ankunft oder "punaise, wo sind die vernünftigen Toiletten?!"

Es war geschafft, wir waren in Tautavel auf dem Grabungsgelände! Dieses befindet sich am Fuße einer Hügelkette (oder Bergkette, wie auch immer). Der kleine Fluss Verdouble fließt hier zwischen den Bergen hindurch und bildet eine landschaftlich sehr schön anzusehende Felsschlucht. Alles in allem ein sehr schöner und gemütlicher Platz!

Man zeigte uns direkt nach der Ankunft den "Gemeinschaftsraum": eine alte inaktive Wassermühle, in der alle notwendigen Kücheneinrichtungen sowie ein Labor für kleinere Arbeiten eingerichtet sind. Auch dieses Gebäude schien auf den ersten Blick sehr malerisch zu sein, wir merkten aber recht schnell, dass in diesem Fall der erste Einblick täuschte. Die Küche konnte man nämlich nicht unbedingt als sauber bezeichnen- voller Mücken und anderer Insekten, überall Fett- und Schmierflecken und Essensreste...
Unser Fahrer zeigte uns dann noch schnell den Platz, an dem wir unsere Zelte aufschlagen konnten und verschwand wieder. Und Alex und ich saßen mutterseelenallein mitten in der Wildnis Frankreichs. Es hatte sich nämlich herausgestellt, dass Samstags der ausgrabungsfreie Tag war, alle anderen Ausgräber waren deshalb nicht da.
Die ganze Situation überforderte uns dann doch ein klein wenig und wir fühlten uns etwas verlassen und verloren :) Um dem entgegenzuwirken begonnen wir dann schnell mit dem Aufbau der Zelte. Schnell hatten wir ein hübsches Plätzchen unter einem hohen Baum gefunden, der uns kühlenden Schatten spenden sollte! Und auch das Errichten der zwei Zelte stellte kein allzu großes Problem dar. An dieser Stelle auch noch mal einen herzlichen Dank für die Verleihung des großen Zeltes! Dieses Zelt erwies sich nämlich schon bald als eine große Erleichterung, vor allem in platztechnischer Hinsicht und wir deponierten unsere Koffer und Taschen bequem in dem kleineren Zelt, dass wir dann auch direkt als "Ankleidezelt" tauften. ^^

Inzwischen hatten wir auch eine weitere wichtige Einrichtung für unser Leben hier in Tautavel entdeckt: die Sanitäreinrichtungen. Langsam und vorsichtig näherten wir uns dem etwas unscheinbaren grauen Häuschen am hinteren Ende des Campingplatzes. Was uns dort erwartete schockte uns dann doch ein wenig: es gab nur Stehklos!!! Und die waren noch dazu sehr sehr sehr versieeeft (ne Oma?!). Oh mein Gott, wie sollten wir das nur einen Monat durchhalten ohne richtig auf ein normales Klo gehen zu können?
Doch wir gaben die Hoffnung nicht auf und warteten einfach noch eine Weile mit dem ersten Toilettengang. Immerhin gab es an dem Häuschen noch eine weitere Tür, die allerdings verschlossen war.
Diesmal sollte sich unsere Geduld auch auszeichnen. Etwas später am Tag trafen die anderen Ausgräber/innen auch wieder am Camping ein. Und - oh Wunder - hinter der verschlossenen Tür verbarg sich tatsächlich ein weiterer Waschraum mit immerhin einer "normalen" Toilette. Hurra ;)

Jetzt war also auch der Einzug perfekt und wir konnten uns den angenehmeren Teilen des Tages widmen und lernten zuerst einmal die anderen Leute dort kennen.

Montag, 20. Juli 2009

Buddelei in Tautavel! - Teil 1: Die große weite Reise

Lang, lang ists her, seit der letzte Blogeintrag geschrieben und veröffentlicht worden ist. Aber es ist natürlich trotzdem viel passiert in unserer kleinen WG en France! Besonders spannend und erwähnenswert ist vor allem das Ausgrabungspraktikum, dass Alex und ich in Tautavel (Südfrankreich) gemacht haben.


Am 28. Juni ging unsere Reise abends auf dem Gare de Tours los. Von oben bis unten mit Taschen, Koffern, Luftmatratzen, Schlafsäcken und 2 (!) Zelten bepackt saßen wir endlich im Zug in Richtung Süden. Nach einem etwas längerem Aufenthalt an einem kleinen französischen Bahnhof, saßen bzw. lagen wir dann auch bald in einem Schlafwaggon, wo wir mehr oder weniger gemütlich die Nacht verbringen sollten. Wir klappten also unsere Sitze zurück, packten unsere Schlafsäcke und MP3-Player aus und schlossen die Augen... Bis auf einmal ein nervtötendes, lautes Schnarchen durch den ganzen Wagen halte! Bis wir um sieben Uhr am nächsten Morgen in den Bahnhof von Perpignan einrollten sollte uns dieses Geräusch verfolgen und vor allem den Schlaf rauben.

Nichts desto trotz waren wir in Perpignan voller Tatendrang und Vorfreude auf die Ausgrabung und machten uns frohne Mutes auf den Weg in Richtung Busbahnhof. Das chantier de fouille befand sich nämlich circa 30 km entfernt in der Nähe des lauschigen Örtchens Tautavel. In der Überfahrt sahen wir also keine allzu große Hürde. Leider vollkommen zu Unrecht! Nach nur circa 2-3 Stunden Wartezeit in Perpignan saßen wir zuerst einmal in einem Bus, der uns in das beschauliche Dörfchen Rivesaltes brachte. Der Busfahrer versicherte uns noch dass hier auch ganz bestimmt bald ein Bus nach Tautavel ankommen würde und verschwand... Er ließ uns etwas verwirrt unddesorientiert zurück. Wir wussten nicht genau wo besagter Bus ankommen sollte, so etwas wie einen Fahrplan gab es natürlich auch nicht, wann er kommen sollte blieb also auch ein Rätsel. Um die ganze Situation etwas klarer zu sehen sprachen wir den einzigen Menschen in der Umgebung an: eine Nonne. Leider konnte die uns aber auch nicht so richtig weiterhelfen, und so richtig verstehen konnten wir sie auch nicht, da sie einen seltsamen französisch-spanisch Mix gesprochen hat.
Wir warteten also. Und warteten. Und warteten. Und warteten.
Ganze 4 Stunden!
Dann endlich kam ein Bus, der auch tatsächlich nach Tautavel fuhr. Youpie! Wir waren die einzigen Fahrgäste und so brachte der Busfahrer uns direkt bis vor das Museum, an dem wir uns melden sollten. Während der halsbrecherischen Fahrt durch die sehr schöne und malerische Umgebung erzählte er uns, dass diese Buslinie in der nächsten Zeit eingestellt werden soll... ;) Aber das nur am Rande.
Wir standen also vor dem Musée de la Préhistoire de Tautavel. Oder besser gesagt vor einem großen großen Hügel mit einer langen langen Treppe an dessen Ende es sich befinden sollte. Inzwischen waren wir auch schon ein bischen angeschlagen und erschöpft von unserer Odyssee so dass wir etwas erschrocken vor diesem neuerlichen Hindernis standen. Aber auch dieses Problem konnte gelöst werden, wir gaben unsere Koffer bei einem jungen Paar in Gewahrsam und machten uns so unbeschwert an den Aufstieg.

Vor uns lag endlich das Museumsgebäude. Erleichtert stolperten wir auf den Eingang zu und versuchten mit letzter Kraft die Türen aufzudrücken - sie waren verschlossen! Mittagspause... Zum Glück dauerte die aber nur noch eine Viertelstunde, die wir dann auch geduldig abwarteten um schließlich der Museumsempfangsdame unser Anliegen - als Praktikantinnen auszugraben - vorzubringen. Sie wusste aber nichts von Praktikantinnen, die heute ankommen sollten. Und auch auf der Ausgrabung erreichte sie niemanden. Ihr Vorschlag war deshalb, wir könnten doch einfach die 5 Kilometer mal eben schnell zu Fuß laufen... Nicht dass wir viel, sehr viel Gepäck bei uns hatten und nein, wir waren nicht schon einige Stunden unterwegs. Wir sträubten uns also ein wenig. Und zu guter Letzt erbarmte sich ein anderer Mitarbeiter uns mit dem Auto zum chantier zu fahren. Puuuuh!!!

Fünf Minuten und einige Landstraßenkurven später waren wir schlussendlich an unserem Ziel angekommen: die Ausgrabungsstätte de la Caune de l'Arago! Und schon der erste Blick auf den Ort, an dem wir die nächsten vier Wochen verbringen sollten, entschädigte uns für unsere Mühen!

Dienstag, 24. März 2009

eine farce...


Herzlichen Willkommen in unserem Leben der Nutzlosigkeit. Treten Sie ein und erfahren Sie, was es heißt an der bedeutensten Streikbewegung teilzunehmen, die Frankreich je gesehen hat. In den Hauptrollen, die Studenten, die die Fakultät schon seit mehreren Wochen blockiert haben, die Professoren, die keinen Unterricht abhalten und der Präsident der Université Francois Rabelais, der durch verschiedene Drohungen sowie Sicherheitskräften und der Ankündigung, das Semester einfach bis Juni zu verlängern versucht, seine Autorität zu wahren. Als unbedeutende Statisten darf ich Ihnen noch unsere WG-Mannschaft vorstellen, die hilflos versucht, sich durch das angebotene Literaturangebot zu arbeiten und mittlerweile schon längst den Überblick verloren hat, was wofür gelernt werden muss. Verloren stehen sie am Rande dieser "grande mouvement" und können den Plakaten schwingenden Studenten nur hilflos hinterhersehen...Längst haben sie den Anschluss verloren und es ist zu bezweifeln, ob sie ihn jemals wiederfinden. Somit sind sie dazu verdammt, die Entscheidungen der Protagonisten abzuwarten, um ihrem nutzlosen Dasein ein neues Ziel zu geben. Um dem Frust (und dem singenden Nachbarn) zu entgehen, freuen sie sich über Besuch und flüchten in umliegende Gegenden. Dabei sind besonders Blois


und Loches zu nennen.

Sonntag, 1. März 2009

Paris, la ville de l'amour :)

Wo kann man sich ein romantisches Wochenende zu zweit besser vorstellen als in Paris, der "Stadt der Liebe"?! Spaziergänge durch kleine verträumte Gassen, Straßencafés mit Blick auf die Seine, die Aussicht über die Stadt vom Eiffelturm aus...
Genau das haben Oli und ich am letzten Wochenende gemacht - gut, vielleicht nicht ganz so kitschig ;) Wir waren nämlich einen Tag lang dort und haben uns die wichtigsten - und schönsten - Sehenswürdigkeiten angesehen!

Nach einer Nacht in einem kleinen, aber schön zentral gelegenen und auch sauberen ;) Hotel ging die Besichtigung los. Ausgangspunkt unserer kleinen Tours war der Arc de Triomphe:

Von da aus konnten wir dann auch zum ersten Mal einen, wenn auch noch nebelverhangenen Blick, auf den Eiffelturm erhaschen :)
Wir spazierten schließlich weiter - die Champs Elysées entlang, hier zog uns das ein oder andere Geschäft in seinen Bann...

Oli :-D
Kata :-D

Weiter ging es, am Obelisken vorbei...

...durch die Tuileries...

...vorbei am Louvre ...

...und an der Seine entlang...

... bis nach Notre Dame auf der Ile de la cité.

Den krönenden Abschluss unserer "visite" bildete schließlich "la tour eiffel"!
Obwohl schon etwas geschwächt von den Strapazen des Tages nahmen wir den Treppenaufstieg erfolgreich in Angriff. Und als wir oben ankamen lösten sich, wie ein Wunder, die Nebelschwaden ein wenig auf und wir hatten eine tolle Sicht über die Stadt!

Inzwischen war es schon Abend geworden. Wir hatten ursprünglich ein Zugticket für 22.52 Uhr gekauft, waren uns aber einig, da wir beide müde waren und uns die Füße weh taten, dass eine frühere Abfahrt nach Tours jetzt das Beste sei. :) Nach einigen Schwierigkeiten mit dem Schalterpersonal, dass in sehr kurzen Abständen seine Meinung darüber wechselte, ob eine frühere Fahrt überhaupt möglich sei mit unserer Fahrkarte, saßen wir schließlich doch schon um acht Uhr im Zug. Erleichtert und erschöpft aber glücklich lehnten wir uns in unseren Sitzen zurück, bis... der Zug nach nur 20 Minuten anhielt und uns mitgeteilt wurde, dass die Weiterfahrt sich wegen eines Selbstmordes um mindestens 2 Stunden verschieben würde...
Paris war aber auf jeden Fall die Reise wert und wir haben einen wunderschönen - und auch romantischen :) - Tag dort verbracht!

Dienstag, 24. Februar 2009

Notre soirée internationale!

Hier ist er endlich, der Bericht über unsere einmalige "soirée internationale"! Ganz im Sinne unseres Mottos machten wir uns schon Freitag Abends daran kulinarische Köstlichkeiten Deutschlands vorzubereiten: Kartoffelsalat, Frikadellen, Schwarzbrothäppchen...

... und hier unser absolutes Meisterwerk ein komplett selbstgemachter Schokopudding! (an alle Franzosen: ein Pudding, kein Flan!! :>)

Schließlich waren wir mit unseren Vorbereitungen viel zu früh fertig, das Essen war nett in Christines Zimmer angerichtet, Stühle und Geschirr waren bereit gestellt - fehlten also nur noch unsere Gäste! Die waren aber schon sehr an den französischen Lebensstil angepasst und kamen erstmal ein bischen zu spät. 

Als sie dann aber kamen wurde es eine "soirée merveilleuse", die auch wirklich sehr international war: Deutsche, Koreaner, Thailänder, Franzosen, ein Halb-Amerikaner...! Hier ein par Eindrücke:

Freitag, 13. Februar 2009

Der Streik wird "active" ...

... und wir spielen Rollenspiele statt Vorlesungen zu hören!

"Stellen wir uns vor, wir seien die Versammlung der Athener Bürger im vierten Jahrhundert vor Christus." Da fragt man sich natürlich, inwieweit das dazu beitragen kann und soll, die Forderungen der Streikenden zu erfüllen. 

Wir sind deshalb gespannt was uns im Zuge dieses anscheinend typisch französischen Phänomens des Streikes noch alles erwartet - und wie lange es noch andauert!

Donnerstag, 29. Januar 2009

nous sommes en grève...

... und mit uns fast die gesamte französische bevölkerung. wir streiken für bessere unis, schulen und kindergärten! für eine gerechte lohnverteilung und eine senkung der preise! und überhaupt; wir streiken für alles und gegen die regierung... dabei hören wir lustige musik, schwenken fahnen und jeder bekommt ein plakat. wir nehmen unsere kinder mit und tragen orangene westen. wir haben trillerpfeifen und immer wenn der wagen vor uns eine parole von sich gibt, schreien wir "oui"...auf das der "schwarze donnerstag" für immer im gedächtnis bleiben wird!
wir streiken und das ist auch gut so!

Sonntag, 18. Januar 2009

Das Püree-Kaninchen/le lapin de purée

das ist es: unser Püree-Kaninchen!!

Hier der ultimative Beweis: wir können doch kochen! Und zwar sogar ziemlich gut und inklusive lustiger Verzierung und Dekoration. Très délicieux!!

Freitag, 16. Januar 2009

ein weiterer kampf gegen das französische verwaltungssystem...

hier melde ich mich mal wieder, um euch eine weitere lustige Geschichte zu erzählen, dir mir widerfahren ist...ihr könnt euch bestimmt noch an die "Alex-schneidet-sich-in-den-Finger-der-anschwillt-wie-ein-Ballon-und-sie-muss-sich-im-Krankenhaus-behandeln-lassen" Story erinnern...nun, diese Episode findet jetzt, im neuen Jahr eine Fortsetztung, und zwar nicht nur, weil ich mir WIEDER in den finger geschnitten habe, sondern auch, weil das Krankenhaus mir eine Rechnung geschickt hat, die ich am Dienstag begleichen wollte...Mit Katas Unterstützung machte ich mich also auf, um meiner Bürgerpflicht gerecht zu werden ;) Unser erster Halt bei der Bank war dann aber leider nicht erfolgreich, weil es sowas wie Überweisungsträger hier in Frankreich nicht gibt, und die verdutzte Dame uns nur sagte, dafür sollten wir doch bitte zur Post gehen!? Nun, da uns mittlerweile eigentlich nicht mehr viel wundert, standen wir dann auch schnell an einem Postschalter, und tatsächlich...die Post kann eine Überweisung machen, diese ist allerdings mehr ein Einschreiben und kostet 6 Euro Gebühren...Da ich entgegen aller Hoffnungen nicht im Lotto gewonnen habe, beschlossen Kata und ich trotz strömenden Regens, den Weg zu der öffentlichen Kasse zu machen, wo ich meine Schulden begleichen konnte...die fand sich dann auch schließlich, nachdem ich bei drei verschiedenen Büros nachgefragt hatte...wir sehen also mal wieder, dass das deutsche Verwaltungssystem gar nicht so schlimm ist, wie man denken könnte ;)
Zum Schluss möchte ich euch noch ein wunderschönes französisches Wort nahelegen "malchanceuse" was man frei mit "Pechvogelfrau" übersetzen kann... den so fühle ich mich im Moment und nicht nur weil ich mich ma wieder beim Essen machen verletzt habe, sondern auch, weil mein schöner neuer laptop bereits erste Mängel zeigt und wenn ich Pech habe, könnt ihr hier bald von meiner Begegnung mit dem französischen Saturn-Reparaturservice lesen....

Montag, 12. Januar 2009

"Vorlesungsbeginn"

Hah, von wegen "am 12. Januar fangen ALLE Vorlesungen wieder an." Jetzt sind wir Montag zwei Mal an der Uni gewesen um dann immer festzustellen, dass der jeweilige Professor nicht gekommen ist... Dienstag hatten wir schließlich unsere erste Archäologievorlesung, allerdings mit eher geringem Erfolg, da das Thema, Mittelalterarchäologie, eher mäßig vorgestellt wurde.

Nun ja, abgesehen von einer Statistikvorlesung (aahhh, Mathe...) und einer weiteren Archäologievorlesung hatten wir also eine ziemlich ruhige und entspannte Woche und genügend Zeit uns hier wieder gemütlich einzurichten. 

Sonntag, 11. Januar 2009

Winter!!

Inzwischen ist auch in Tours der Winter eingezogen. Hier einige Photos.


Bonne année 2009!!


Das jahr 2009 beginnt für uns nun auch universitätstechnisch: ab morgen fangen die Vorlesungen wieder an. Vorher gibt es aber noch einige wichtige und auch interessante Neuigkeiten!

Zunächst einmal hat sich unsere Wohnsituation verändert. Carmen hat Ende Dezember die Segel gestrichen und sich nicht nur für drei Wochen, sondern endgültig auf den Weg zurück nach Deutschland gemacht. Glücklicherweise haben wir aber schon eine neue Mitbewohnerin, Christine. Ich hoffe deshalb für das neue Jahr zuerst einmal wieder auf eine angenehme und freundschaftliche Stimmung in unserer WG! 

Außerdem muss ich noch einen Nachtrag aus 2008 vornehmen: Alex' und mein Besuch in Versailles. Anfang Dezember machten wir uns begleitet von Olivier, meinem Tandempartner und seinem Bruder, an einem Samstag zu ungewohnt früher Stunde auf den Weg zur einstigen französischen Königshochburg. Aber das frühe Aufstehen hat sich auf jeden Fall gelohnt! Hier einige Bilder des wirklich sehr eindrucksvollen Schlosses:

Versailles, leider mit Baugerüsten verstellt

moderne Kunst?!

bei Sonnenscheim im Schlosspark ;)

na dann mal schöne Träume...

Nach diesem kleinen Ausflug blieb für uns allerdings nicht mehr viel Zeit für Vergnügungen, da unsere Klausuren unmittelbar bevorstanden...