Es war geschafft, wir waren in Tautavel auf dem Grabungsgelände! Dieses befindet sich am Fuße einer Hügelkette (oder Bergkette, wie auch immer). Der kleine Fluss Verdouble fließt hier zwischen den Bergen hindurch und bildet eine landschaftlich sehr schön anzusehende Felsschlucht. Alles in allem ein sehr schöner und gemütlicher Platz!
Man zeigte uns direkt nach der Ankunft den "Gemeinschaftsraum": eine alte inaktive Wassermühle, in der alle notwendigen Kücheneinrichtungen sowie ein Labor für kleinere Arbeiten eingerichtet sind. Auch dieses Gebäude schien auf den ersten Blick sehr malerisch zu sein, wir merkten aber recht schnell, dass in diesem Fall der erste Einblick täuschte. Die Küche konnte man nämlich nicht unbedingt als sauber bezeichnen- voller Mücken und anderer Insekten, überall Fett- und Schmierflecken und Essensreste...
Unser Fahrer zeigte uns dann noch schnell den Platz, an dem wir unsere Zelte aufschlagen konnten und verschwand wieder. Und Alex und ich saßen mutterseelenallein mitten in der Wildnis Frankreichs. Es hatte sich nämlich herausgestellt, dass Samstags der ausgrabungsfreie Tag war, alle anderen Ausgräber waren deshalb nicht da.
Die ganze Situation überforderte uns dann doch ein klein wenig und wir fühlten uns etwas verlassen und verloren :) Um dem entgegenzuwirken begonnen wir dann schnell mit dem Aufbau der Zelte. Schnell hatten wir ein hübsches Plätzchen unter einem hohen Baum gefunden, der uns kühlenden Schatten spenden sollte! Und auch das Errichten der zwei Zelte stellte kein allzu großes Problem dar. An dieser Stelle auch noch mal einen herzlichen Dank für die Verleihung des großen Zeltes! Dieses Zelt erwies sich nämlich schon bald als eine große Erleichterung, vor allem in platztechnischer Hinsicht und wir deponierten unsere Koffer und Taschen bequem in dem kleineren Zelt, dass wir dann auch direkt als "Ankleidezelt" tauften. ^^
Inzwischen hatten wir auch eine weitere wichtige Einrichtung für unser Leben hier in Tautavel entdeckt: die Sanitäreinrichtungen. Langsam und vorsichtig näherten wir uns dem etwas unscheinbaren grauen Häuschen am hinteren Ende des Campingplatzes. Was uns dort erwartete schockte uns dann doch ein wenig: es gab nur Stehklos!!! Und die waren noch dazu sehr sehr sehr versieeeft (ne Oma?!). Oh mein Gott, wie sollten wir das nur einen Monat durchhalten ohne richtig auf ein normales Klo gehen zu können?
Doch wir gaben die Hoffnung nicht auf und warteten einfach noch eine Weile mit dem ersten Toilettengang. Immerhin gab es an dem Häuschen noch eine weitere Tür, die allerdings verschlossen war.
Diesmal sollte sich unsere Geduld auch auszeichnen. Etwas später am Tag trafen die anderen Ausgräber/innen auch wieder am Camping ein. Und - oh Wunder - hinter der verschlossenen Tür verbarg sich tatsächlich ein weiterer Waschraum mit immerhin einer "normalen" Toilette. Hurra ;)
Jetzt war also auch der Einzug perfekt und wir konnten uns den angenehmeren Teilen des Tages widmen und lernten zuerst einmal die anderen Leute dort kennen.
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