Sonntag, 14. Dezember 2008

Ca suffit, j'en ai marre, mercredi je pars!

... ab Mittwoch wird sich also unsere Wohnung drastisch leeren. Nur Carmen ist noch bis Freitag hier in Tours anzutreffen.

Schöne Ferien, Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr an alle!!

Montag, 24. November 2008

Winter??

Da wir gerade hier aus Deutschland mit idyllischen Schneebildern bombardiert werden, möchte ich mit diesem Post zeigen, dass es bei uns viel cooler ist, weil noch warm und kein Schnee...
Blumen gibts hier nämlich noch...


und Überschwemmungen...


tolle aussicht...

mal au doigt...

Hier folgt nun mit einiger Verspätung die Wiedergabe eines lustigen Zusammentreffens zwischen mir (kaum Französisch) und einigen Ärzten (nur Französisch)...Trottelig, wie ich bin, habe ich mir anstatt eine Scheibe Brot abzuschneiden in den Finger geschnitten. Das fand ich eigentlich nicht weiter schlimm und bin dann mit einem Pflaster von Krankenschwester Kata versehen fröhlich weiter durch die WEltgeschichte gelaufen. Leider fand mein Finger das nicht ganz so toll (leider gibts keine Fotos), und im Laufe der Woche begann er seinen Umfang zu verdoppeln und übelriechende - und aussehende Dinge abzusondern (ihr wisst was ich meine ;))...Nach eingehender Begutachtung durch meine Mama und sämtlichen anderen Personen, die ich finden konnte, stand fest, dass es so nicht weitergehen konnte. Also, auf zum Arzt!! Dummerweise war Sonntag, aber naiv wie ich war, dachte ich, dass man doch schnell eine Notapotheke bzw. verantwortlichen Arzt finden könnte...
Nun ja, als ich dann vor der ersten Apotheke stand (15:00 Uhr), gab es dort leider keine Hinweise auf die nächste Notapotheke (in Dtl. ist doch da immer so ein Schildchen drin, oder nicht?) und so wanderte ich mit meinem Monsterfinger weiter die Straße entlang, und stoppte dann beim nächsten Krankenhaus in der Hoffung auf einen "emergency room" wie im Fernsehn :)...Da das von mir anvisierte Objekt leider ein Kinderkrankenhaus war, wurde ich recht rüde darauf hingewiesen, dass ich es doch bitte bei der Notapotheke (gaaaaaaaaanz weit weg) oder beim nächsten Krankenhaus (gaaaaaaaanz nah) versuchen sollte...Gesagt getan, als ich dann bei strömendem Regen ins nächste Krankenhaus stolperte, sagte mir die freundliche Empfangsdame, dass es hier leider keine Notaufnahme gibt und ich gegen Zahlung von 50,00 € aber gerne mit einem Arzt sprechen könnte, der sich den Finger aber nur anschauen kann und nicht behandeln darf...Da ich dann kurz vor einem Nervenzusammenbruch stand (Hunger, kalt, ihr kennt mich ja), machte mir die Dame dann ein verlockendes Angebot: Ich könne mit 2 Rettungsassisten nach Chambray (irgendso ein Außenbezirk am Arsch der Welt) fahren, weil es da eine Notaufnahme gibt, die mich behandeln MUSS! So kam ich dann in den Genuss meiner ersten Krankenwagenfahrt...
In Chambray angekommen, nahm sich dann auch sofort ein netter junger Arzt (Grey's Anatomy lässt grüßen) meiner an und versorgte mich vorbildlich mit Verband, Medikamenten und guten Ratschlägen...
Zu hause war ich dann wieder um 20:00 Uhr, weil meine netten Fahrer leider keine Rückfahroption hatten und ich endlos lange auf den Bus warten musste, der mich dann Richtung Wärme und Essen brachte...
sorry, dass ich keine Bilder habe, aber glaubt mir, sooo genau wollt ihrs auch nicht sehen ;)

Samstag, 1. November 2008

pause pédagogique: kochen, feiern, schlafen, lernen

Unsere einwöchigen Ferien, die sogenannte pause pédagogique ist jetzt so gut wie zu Ende. Nur noch morgen ein freier Tag, dann geht der normale Uni-Alltag weiter. Ich will also erzählen, was wir in dieser Woche so unternommen haben, auch wenn es nicht besonders viel war :)

Natürlich haben wir uns ersteinmal wieder so richtig ausgeschlafen. Besonders Carmen hatte das nötig, da sie leider krank war. Und wir hatten auch alle Hände voll damit zu tun uns auf die kommende Klausur am Montag und noch zu haltende Referate vorzubereiten. Bis jetzt also noch keine allzu spannenden Ferienunternehmungen...

Wir haben aber auch unsere - noch recht mageren - Franzosenkontakte gepflegt! So (auf Französisch würd ich jetzt ainsi schreiben :>) haben wir am Dienstagabend mit Olivier, meinem Tandempartner, Charlène und Jonas, einem anderen Deutschen, (versucht) deutsch zu kochen. Es gab Bratkartoffeln und Wiener Schnitzel! Und wir haben beschlossen im November einen gemeinsamen Ausflug nach Versailles zu machen! Insgesamt ein eher gemütlicher Abend an dem wir aber dafür besonders viel Französisch sprechen und hören mussten. 

Am Freitag haben wir, das heißt nur Alex und ich, es dann auch endlich geschafft das Nachtleben in Tours einmal so richtig auszutesten! Jonas war auch wieder mit von der Partie und wir haben uns zuerst hier bei uns getroffen, ein bischen Phase 10 gespielt und ein bischen vorgetrunken :) Interessant zu erwähnen ist, dass Jonas Alex auf einmal für eine ganz andere als noch am Dienstag hielt. "Witzig, die Alex am Dienstag kam ja auch aus dem Sauerland." Naja, kann ja mal passieren... :) Nachdem wir uns dann trotz recht starkem Regen nach draußen getraut hatten gingen wir in das 3 orfèvres, eine Disco in der Innenstadt in der eine soirée rock stattfinden sollte. Wir waren dann aber doch etwas überrascht, als die Disco noch komplett leer war als wir um ungefähr viertel vor eins dort ankamen. Aber immerhin, die Musik ließ sich aushalten, es wurden (noch) keine französischen Chansons gespielt. Das änderte sich aber schlagartig, als sie die Tanzfläche dann doch noch füllte. Wir zogen uns dann dezent in den Hintergrund zurück und beobachteten die Franzosen, die offensichtlich unglaublich gerne "Rock-chansons" hören... Auf jeden Fall ein toller Abend, nach dem wir beschlossen haben jetzt öfter die fête zu machen!

Alles in allem hatten wir also eine sehr entspannende Woche, abgesehen von Carmens Krankheit und einer fast-Blutvergiftung von Alex. Jetzt sind wir gestärkt für die nächsten  Wochen des Semesters und können uns mit neuem Mut den noch kommenden Herausforderungen nähern... Und: am Montag bitte alle die Daumen drücken für die Klausur :)

Dienstag, 28. Oktober 2008

une medaille d'or - Fechten die zweite

Dieses Wochenende bin ich wieder auf ein Fechtturnier gefahren, diesmal nach Nantes. Mit dem Ziel die Niederlage vom letzten Mal wett zumachen ging ich besonders motiviert in den Wettkampf! Das zahlte sich auch aus, schon nach der 11-er Vorrunde war ich ungeschlagen auf Platz eins gesetzt. Nach einem (deutlichen) 15:3 Sieg und einem weiteren (nicht ganz so deutlichen) 15:13 Sieg traf ich im Finale auf eine sehr kleine Französin. Für alle Fechtinteressierten: ja, es war ein typisches Damendegen-Gefecht. 0:0 nach dem ersten Drittel... Nachdem der Obmann dann aber Passivität angedroht hatte (Überspringen des zweiten Drittels) wurde das Gefecht doch noch ein bischen spannender. Bis es am Ende 10:10 stand. Die Auslosung des Vorteils verlor ich zwar, konnte dann aber trotzdem noch den entscheidenden Treffer setzen! Hurra! Das Beste an diesem Sieg war aber eigentlich der Preis, den ich gewonnen habe: eine Senseo-Kaffeemaschine! Sie gibt jetzt unserer Küche ein ganz neues Flair...

Sonntag, 26. Oktober 2008

allez a.s.g.t....

Da wir ja bekanntermaßen eine sehr sportliche WG sind, wollten wir diese Gesinnung auch an einem Samstagabend ausleben...und wie macht man das am besten? Richtig - man geht zum Eishockey! In Erwartung gröhledner Massen machten wir uns auf den Weg um den lokalen Verein "les diables noirs" zu unterstützen doch als wir an der Halle ankamen, war die Überraschung groß... Wo waren die fahnenschwenkenden, biertrinkenden, mit Schals behangenen Männer? Wo die Polizisten, die Heim- und Gastfans trennten? Das Ganze hatte eher den Charme einer Familienveranstaltung, wo man es sich mit einem Crêpe gemütlich machte. Und dieser Eindruck bestätigte sich dann auch in der Halle: es gibt nur Sitzplätze, kein billiges Bier aus Pappbechern und keine Trennung der verschiedenen Fangruppen. Dementsprechend war die Stimmung eher bescheiden. Auch das Einlaufen der Mannschaft, begleitet von einem "Teufel" war eher lahm (zumindest im Vergleich zu den Iserlohner Roosters ;) ).
Die richtige Atmosphäre wollte sich dann auch nicht einstellen, obwohl sich die 4 einzigen richtigen Fans mit ihren Trommeln wirklich Mühe gaben...
Naja, letztendlich konnten die schwarzen Teufel einen grandiosen 4 zu 1 Sieg einfahren; dabei fielen allerdings 3 Tore in den letzten 5 Minuten, aber da war die Stimmung auch wirklich gut...
Das nächste Mal gehen wir zum Basketball!

Dienstag, 21. Oktober 2008

erste Geburtstagsfeier

Nur ganz kurz und der Vollständigkeit halber, hier die Beschreibung einer französischen Geburtstagsfeier!

Gaanz viel zu essen, gaanz viel zu trinken, ... und gaaaaaanz viele französische Chansons aus den achtziger Jahren! Es wurden Zungenbrecher (auf französisch natürlich) geübt: 

Un chasseur sachant chasser chassait sans son chien de chasse fit sécher ses chaussettes sur une souche sèche.

Der Abend verging wie im Flug und ohne dass ich es gemerkt hatte war es auf einmal fünf Uhr morgens geworden. Man brach auf. Da die Feier etwas außerhalb von Tours gewesen war, hatte ich mich mit einem Franzosen, Cédric, zu einer Fahrgemeinschaft zusammengeschlossen, mit dem Auto waren es gut fünf Minuten Fahrt. Allerdings kam mir der Rückweg auf einmal ungleich länger vor als die Hinfahrt... Auch Cédric ging das so, bis er dann auf einmal merkte, dass er in die falsche Richtung auf die Autobahn gefahren war!! Fünfzig Kilometer weiter kam glücklicherweise eine Ausfahrt, so dass wir nach circa einer Stunde wohlbehalten wieder in Tours ankamen. 

Komisch, eigentlich dachte ich so was passiert nur Frauen, beziehungsweise nur meiner Mutter...

Freitag, 17. Oktober 2008

Uni-Leben à la française...

Bei einer Beschreibung unseres Lebens hier in Frankreich darf natürlich auch die Uni nicht zu kurz kommen, deswegen sind wir ja schließlich hier.

Das ist sie, die Sprach- und Geisteswissenschaften Fakultät, der Université François-Rabelais de Tours!

Hier sitzen Carmen und Alex und ich von Montags bis Donnerstags (ja, ganz richtig, Freitag haben wir FREI) in sehr sehr sehr stickigen Hörsälen (Franzosen scheinen es zu hassen Fenster zu öffnen) und lauschen den 120-minütigen Vorträgen der Dozenten. Schon ziemlich schnell haben wir festgestellt, dass uns das französische Uni-System nicht besonders gut gefällt. Die Studenten schreiben wie verrückt alles, aber auch wirklich alles mit, was der Professor so von sich gibt und lernen das dann für die Klausuren am Ende des Semesters auswendig. Mit seinem Professor zu reden ist dabei etwas fast schon Magisches. Franzosen haben scheinbar große Angst vor Professoren... 

Aber alles in allem ist das für uns natürlich auch wieder gar nicht so schlecht. Immerhin müssen wir uns so nicht damit herumquälen uns während der Übungen französische Sätze zusammenzubasteln.  Dafür müssen wir aber die so genannten commentaires de texte schreiben. Das heißt, man muss einen Text zu einem bestimmten Thema analysieren und vollkommen auseinanderpflücken um diese Analyse dann vor den anderen Studenten vorzulesen. (die machen sich währenddessen übrigens wieder fleißig Notizen...) Und, ganz wichtig, in diesem Zusammenhang, der Text sollte aus drei mal drei Kapiteln bestehen! Drei mal drei hat für die französischen Dozenten nämlich eine magische und perfekte Aura.

Aber, ich denke, dass wir uns insgesamt doch ganz gut schlagen. Auch wenn wir uns den ein oder anderen Unterpunkt aus den Fingern saugen müssen...

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Der erste Monat, Teil 2

RENDEZ-VOUS AVEC CHRISTOPHE...

Da wir nicht vorhatten, uns die Außenwelt nur mit Postkarten und Rauchzeichen zu kontaktieren, standen wir bereits in der ersten Woche beim Internetanbieter unseres Vertrauens auf der Matte (dieser wurde bereits bei einem ersten Besuch nach den bedeutungsvollen Kriterien „Größe des Ladens“ und „Aussehen der Mitarbeiter“ von uns ausgewählt). Da lernten wir auch den Mann kennen, der uns für die nächsten 6 Wochen ein treuer Begleiter sein sollte: CHRISTOPHE! Ausgestattet mit rosa-weiß-rotem Hemd, öligem, haarreifgebändigten Haaren und einem neckischen Handy auf der Brust leitete er uns voller Begeisterung durch den Tarif-und Papierdschungel. Stolz verließen wir den Laden mit dem Versprechen „En 3 semaines, la box internet arrivera.“ In diesen 3 Wochen quoll unser Briefkasten von Briefen des besagten Anbieters über und auch unsere neuerworbenen Handykarten vibrieren mindestens 3mal die Woche mit irgendwelchen Werbeangeboten. Leider waren die erwartungsvoll geöffneten Briefe stets so kryptisch verfasst, dass unser Verstand und unsere Wörterbücher keinerlei Sinn in ihnen sahen und deswegen statteten wir Christophe regelmäßig besuche ab. Letztendlich haben uns die anderen Mitarbeiter schon gar nicht mehr bedient und wir konnten hocherhobenen Hauptes an der Schlange vorbei in die Arme unseres Internethelden stolzieren. Nach 5 Wochen ein erster Erfolg: die Internetbox kam endlich an. Dank der Kompetenz, die die männliche Seite immer aufbringt, wenn es um Computerkram geht (Robert und Thomas waren zu Besuch), stand die Box bald einsatzbereit und lustig blinkend in der Ecke. Dummerweise leuchtete das Internetlicht nicht; das wäre ja auch zu einfach gewesen. Unser Anbieter (für den ich auf diesem Weg keine Werbung machen möchte) hielt es für sinnvoller, die Box bzw. den Telefonanschluss erst eine Woche später zu aktivieren. Doch als wir dann auch noch die richtige Telefondose gefunden hatten (wir haben nämlich 2 ;)) funktionierte alles einwandfrei. Eigentlich schade, weil wir keinen Grund mehr haben, Christophe zu besuchen :)

Aber wenn wir unseren Vertrag kündigen, dann nur bei ihm…

RUGBY??? - AHHH, RÜGBIE...


Ok, wir waren da, unsere Wohnung war eingerichtet, der Kühlschrank war voller Bier. Wir wollten feiern! Doch bereits beim aufwärmen strich Carmen die Segel – krank. Somit blieben nur noch Kata und ich übrig. Schnell in gute Klamotten geschmissen, ein paar Kronenbourg getrunken und schon gings los. In unserem lieblings Irish Pub mussten wir dann erstmal anhalten um uns zu stärken und den weiteren Abend zu planen. Dieses „Planen“ dauerte aber etwas länger und irgendwann kuckten wir hoch und fanden uns plötzlich 5 Männern gegenüber, die uns begeistert zulaberten. Nach einiger Zeit hatten sich die Fronten geklärt: die Jungs waren Teil einer pariser Rubgy („rügbie“) Mannschaft und wir waren „ls petites allemandes blondes“, die mit Getränken versorgt wurden. Der Franzose an sich ist wirklich so flirtfreudig, wie es sich die leidgeprüfte deutsche Frau denkt… Unter Komplimenten („Avec toi, je veux aller jusqu’à la fin du monde. – Mais c’est trop loin.“) und anderen Nettigkeiten erklärten wir uns schließlich bereit, eine andere Bar aufzusuchen. Leider wussten wir nicht, dass in dieser anderen Bar der Rest des Rugby („Rügbie“) –teams auf uns wartete und so wurden wir laut gröhlend und mit Schweißgeruch von ca. 30 Männern empfangen. Entsprechend schnell waren wir auch wieder draußen. Doch unser Empfangskomitee ließ sich nicht so schnell abschütteln und schleppte uns zu einer Disko mit böse ausschauenden Bodyguards und 10 Euro Eintritt. Unsere Motivation sank und als wir uns dann auch noch umdrehten und die restlichen Spieler auf uns zuwanken sahen, machten wir uns schnell aus dem Staub. Heile zu Hause angekommen (es war mittlerweile 3 Uhr) fanden wir Carmen mit einem Bügeleisen vorm Fernseher! Sie hatte unsere tagsüber gewaschene Wäsche fast komplett trockengebügelt…und das war eine Menge, eine XXL-Waschmaschine. So hatte jede von uns einen angenehmen Abend verbracht, den wir dann noch mit Baguette und Bier ausklingen ließen.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Compétition à La Rochelle

Dieses Wochenende war ich hier in Frankreich auf meinem ersten Fechtturnier. Zusammen mit vier weiteren Fechtern und Fechterinnen aus Tours ging es Sonntagmorgen um 5.45 Uhr (!) los. Eine allererste kleine Schwierigkeit hatten wir dann aber schon vor der Abfahrt: Wie verstaut man fünf Fechttaschen in einem normalen PKW?? Am Ende musste Cédric eine der kleinen Taschen auf dem Schoß nehmen und wir konnten losfahren!

Im circa 250km entfernten La Rochelle angekommen hatten wir Mädchen noch viel Zeit um uns aufzuwärmen und auf die Gefechte vorzubereiten. Und in der Cafeteria gab es tolle Schokobrötchen... 

Als dann die Vorrunden begannen schlugen wir uns alle ersteinmal recht gut. Ludivine, für die es ihr erstes Turnier war, sammelte wertvolle Erfahrung. (das sagt man wohl so, aber ich glaube sie hatte auch wirklich Spaß am Fechten, obwohl sie alle ihre Gefechte verloren hat) Charlène und ich überstanden die Vorrunde auf Platz fünf und eins :> . Leider, leider konnte ich meine gute Form im kommenden KO-Gefecht nicht halten und verlor 10:11 gegen eine gewisse Céline (dazu später mehr). Aber Charlène gewann und hatte somit den dritten Platz sicher. Als nächste verlor auch sie gegen Céline, alle Tourser FechterInnen waren aus dem Turnier ausgeschieden... Aber immerhin ein Treppchenplatz! Für den Charlène außerdem noch eine Schachtel Austern, einen riesigen Pokal und einen Degen (!) bekam. Hätte ich auch wohl gebrauchen können :>

Aber der Tag war noch lange nich zu Ende! Im Gegenteil, jetzt wurde es erst richtig lustig. Wir machten zunächste einen kleinen Spaziergang am alten Hafen von La Rochelle. Das war sehr malerisch und idyllisch! Zwischen zwei alten Steintürmen fuhren die Segelboote hinaus ins offene Meer, der untergehenden Sonne entgegen.... hach... Schließlich suchten wir uns eine kleine Bar am Hafen auf deren Terasse wir uns eine kleine Getränkepause gönnten. Dort stieß dann auch noch Noel (ein ehemaliger Fechttrainer aus Tours, der jetzt in La Rochelle arbeitet) zu uns. Er war recht erbost, dass Charlène und ich beide gegen diese Céline verloren hatten. Es stellte sich heraus, dass es sich bei ihr um seine Exfreundin handelte, die auch durch ihn zum Fechten gekommen war... Wir mussten ihm dann versprechen auf dem nächsten Turnier auf jeden Fall gegen sie zu gewinnen :) Inzwischen war es dunkel und auch ein bischen kühl geworden, so dass wir uns in eine nahe gelegene Pizzeria begaben. Ein tolles Restaurant übrigens! Jede Wand war anders tapeziert, alle Tische und Stühle waren unterschiedlich, alles war knallebacke bunt!! Und die Pizza war auch klasse! Dort verbrachten wir jetzt den Rest des Abends. Die Französinnen wunderten sich, dass auch in Deutschland zwischen Sommer- und Winterzeit gewechselt wird, Noel wunderte sich, dass ich nicht wusste, dass im Moment Oktoberfest in München ist und ich wunderte mich, dass ich fast alles verstand, was um mich herum gesprochen wurde! Es war ein toller und unterhaltsamer Abend.

Um ein Uhr Nachts kamen wir schließlich wieder in Tours an und ich fiel hundemüde ins Bett und schlief ganz tief und fest... 

Erste Bild-Impressionen!

So, hier schon mal ein paar Bilder aus dem schönen Tours. Das ist nur eine erste Auswahl, bald gibt es noch ganz viele neue und auch aktuellere Photos...

... ohne Worte...


Alex' Geburtstag


la Loire...

Mhm, lecker, Linsensuppe! :)

Der erste Monat

"J'arrive." Das sind die zwei  Worte, die wir hier bis jetzt am häufigsten gehört haben. "J'arrive." heißt so viel wie "ihr seid nicht so wichtig, ich kümmere mich später um euch." Und es mussten sich wirklich viele Leute um uns kümmern...
  • AU REVOIR LES FILLES!

Es ist der 31. August. Gleich geht es los ins ferne Frankreich, ins Land der Weine, der Schlösser und der Schokobrötchen. Alle Sachen sind gepackt, ich bin abfahrbereit. Jetzt bringe ich noch Rabea, die auf Klassenfaht (auch nach Frankreich :>) fährt, zum Bus.

Es ist ziemlich traurig, aber auch ein klein bischen lustig: Rabea und ich fallen uns direkt vor dem Bus weinend in die Arme. Die ganzen Eltern und Lehrer um uns herum gucken ein bischen pikiert, man kann fast hören, wie sie denken: "Ist doch nur eine Woche..." Aber ist ja gar nicht nur eine Woche, es sind ganze 1 1/2 Jahre, da darf man ja wohl ein bischen weinen! 

Wieder zu Hause erwartet mich dann eine böse Überraschung: Manfred und Early haben gerade das Auto abgeholt. Und zwar nur das Auto, der Anhänger ist kaputt! Jetzt wirds aber ziemlich eng mit den ganzen Sachen und Möbeln und Klamotten... (Vor allem meine Kuscheltiere leiden darunter, sie werden von Manfred ganz lieblos in den KÜHLSCHRANK gequetscht!!)

Aber wir fahren erstmal weiter nach Bochum. Also der nächste Abschied, diesmal von Gilla. Oli kommt noch mit um eventuell überflüssige Sachen wieder mit zurückzunehmen. Wir packen meine Sachen ein, fahren dann zu Alex, packen ihre Sachen ein und sind schließlich bei Carmen. Jetzt wirds ernst, jetzt kommst der letzte Abschied, wenn wir das nächste Mal aus dem Auto steigen, haben wir Deutschland für das nächste halbe Jahr verlassen!

...

Mitten in der Nacht überqueren wir schließlich die französische Grenze!

...

Gegen neun Uhr am Montag Morgen sind wir angekommen: 

4 rue jolivet

37000 Tours

Unser neues Zu Hause für die nächsten eineinhalb Jahre. Das Abenteuer Auslandsaufenthalt kann beginnen!

  • LA CARTE ETUDIANTE ODER: UNSER PASSIERSCHEIN A38

"Wenden Sie sich an das Studierendensekretariat, bringen Sie einen Ausweis mit. Dann bekommen Sie den Studentenausweis und können sich für Sport- und Lehrveranstaltungen anmelden." So hatte es uns Frau Krampl, die Verantwortliche des cursus intégré, in einer Mail beschrieben. Kein Problem also, alles ganz einfach und wir hätten die carte étudiante. Ohne die man übrigens im Tourser Uni-Leben nicht sehr weit kommt...

Wir standen jetzt vor besagtem Studierendensekretariat. Aber surprise, surprise: Mittagspause! Zwischen 12.30Uhr und 14Uhr ist die gesamte Uni wie ausgestorben. Nach ungefähr einer Stunde kamen wir zurück zum Sekretariat, vor dem sich inzwischen eine recht lange Schlange gebildet hatte. Eine weitere halbe Stunde Warten später sprachen wir endlich zum ersten (!) Mal mit einer der Sekretärinnen. Aber, deuxième surprise, wir bekamen keinen Ausweis. "Vous devez d'abord imprimer des fiches en ligne." Okay, also ein Einschreibungsformular.

Ein anonymer Hinweis führte uns als nächstes zu dem Büro der relations internationales. Dort sollte man besagtes Formular ausfüllen können. Wie es der Zufall wollte war auch bei den relations internationales gerade Mittagspause...

Am nächsten Tag konnten wir dort dann aber das Formular ausfüllen, alles schien gut bis: "Vous avez des photos?" Non, hatten wir natürlich nicht. Sie brauchten auch nicht etwa ein Passfoto, nein drei!

Einen weiteren Tag später konnten wir dann unser dossier mit den Passfotos vervollständigen und fühlten uns bestens für das rendez-vous im Sekretariat in weiteren vier Tagen gerüstet. Dort hatte man uns und unser rendez-vous aber inzwischen vergessen und wir mussten uns wieder in die Warteschlange einreihen. Schließlich das zweite (!) Zusammentreffen mit einer Sekretärin. Nur wusste die leider nicht, wie sie uns einschreiben sollte. (Frau Krampl hatte ausdrücklich betont, dass wir keine Erasmus-Studenten waren.) Ein reges Hin-und-her zwischen den Sekretärinnen begann. Die Sekretärinnen - eine jünger als die andere und irgendwie auch ahnungsloser - entschieden sich schließlich uns als étudiantes européennes aufzunehmen.

So weit, so gut. Also auf zur nächsten Etappe! Mit einem Ausdruck aus dem Sekretariat mussten wir in ein weiteres Büro gehen, in dem wir dann finalement die carte étudiante bekamen! (Nachdem wir dort noch kurz ein Passfoto machen mussten...) Da wir nun schon einmal dabei waren wollten wir uns auch noch das PCE (Passeport Culturel Etudiant) besorgen, mit dem man Vergünstigungen bei Kultur-Veranstaltungen bekommt. Man schickte uns zurück ins Studierendensekretariat, wo sich die Obersekretärin unserer annahm. Sie machte die Karten fertig, wir bezahlten, sie stellte fest, dass wir falsch eingeschrieben waren.

Um das zu regeln nahm sie uns mit zu einem Büro eine Etage höher - das wollte sie uns dann aber einfach nur zeigen - und im Entenmarsch begaben wir uns wieder zurück in ihr Büro. Jetzt endlich wurden wir richtig eingeschrieben, bekamen einen zweiten Satz Studienbescheinigungen (übrigens sehr praktisch, da wir sehr viele davon brauchten) und sie gab uns den PCE.

En conclusion haben wir über eine Woche gebraucht um unseren Studentenausweis zu bekommen (dass wir uns trotzdem nicht für die Lehrveranstaltungen anmelden konnten ist eine andere Geschichte), während der wir uns eigentlich ununterbrochen wir Asterix und Obelix auf der Suche nach dem Passierschein A 38 im "Irrenhaus" gefühlt haben.

Die spinnen, die Franzosen!!

Dienstag, 7. Oktober 2008

INTERNET!!!

Juchu, endlich ist es soweit - wir haben Internet und Telefon! Von jetzt an sind wir also nicht nur telefonisch und via Skype erreichbar, sondern können auch selbst gaaanz viel Zeit im Netz verbringen. Zum Arbeiten natürlich :)