- AU REVOIR LES FILLES!
Es ist der 31. August. Gleich geht es los ins ferne Frankreich, ins Land der Weine, der Schlösser und der Schokobrötchen. Alle Sachen sind gepackt, ich bin abfahrbereit. Jetzt bringe ich noch Rabea, die auf Klassenfaht (auch nach Frankreich :>) fährt, zum Bus.
Es ist ziemlich traurig, aber auch ein klein bischen lustig: Rabea und ich fallen uns direkt vor dem Bus weinend in die Arme. Die ganzen Eltern und Lehrer um uns herum gucken ein bischen pikiert, man kann fast hören, wie sie denken: "Ist doch nur eine Woche..." Aber ist ja gar nicht nur eine Woche, es sind ganze 1 1/2 Jahre, da darf man ja wohl ein bischen weinen!
Wieder zu Hause erwartet mich dann eine böse Überraschung: Manfred und Early haben gerade das Auto abgeholt. Und zwar nur das Auto, der Anhänger ist kaputt! Jetzt wirds aber ziemlich eng mit den ganzen Sachen und Möbeln und Klamotten... (Vor allem meine Kuscheltiere leiden darunter, sie werden von Manfred ganz lieblos in den KÜHLSCHRANK gequetscht!!)
Aber wir fahren erstmal weiter nach Bochum. Also der nächste Abschied, diesmal von Gilla. Oli kommt noch mit um eventuell überflüssige Sachen wieder mit zurückzunehmen. Wir packen meine Sachen ein, fahren dann zu Alex, packen ihre Sachen ein und sind schließlich bei Carmen. Jetzt wirds ernst, jetzt kommst der letzte Abschied, wenn wir das nächste Mal aus dem Auto steigen, haben wir Deutschland für das nächste halbe Jahr verlassen!
...
Mitten in der Nacht überqueren wir schließlich die französische Grenze!
...
Gegen neun Uhr am Montag Morgen sind wir angekommen:
4 rue jolivet
37000 Tours
Unser neues Zu Hause für die nächsten eineinhalb Jahre. Das Abenteuer Auslandsaufenthalt kann beginnen!
- LA CARTE ETUDIANTE ODER: UNSER PASSIERSCHEIN A38
"Wenden Sie sich an das Studierendensekretariat, bringen Sie einen Ausweis mit. Dann bekommen Sie den Studentenausweis und können sich für Sport- und Lehrveranstaltungen anmelden." So hatte es uns Frau Krampl, die Verantwortliche des cursus intégré, in einer Mail beschrieben. Kein Problem also, alles ganz einfach und wir hätten die carte étudiante. Ohne die man übrigens im Tourser Uni-Leben nicht sehr weit kommt...
Wir standen jetzt vor besagtem Studierendensekretariat. Aber surprise, surprise: Mittagspause! Zwischen 12.30Uhr und 14Uhr ist die gesamte Uni wie ausgestorben. Nach ungefähr einer Stunde kamen wir zurück zum Sekretariat, vor dem sich inzwischen eine recht lange Schlange gebildet hatte. Eine weitere halbe Stunde Warten später sprachen wir endlich zum ersten (!) Mal mit einer der Sekretärinnen. Aber, deuxième surprise, wir bekamen keinen Ausweis. "Vous devez d'abord imprimer des fiches en ligne." Okay, also ein Einschreibungsformular.
Ein anonymer Hinweis führte uns als nächstes zu dem Büro der relations internationales. Dort sollte man besagtes Formular ausfüllen können. Wie es der Zufall wollte war auch bei den relations internationales gerade Mittagspause...
Am nächsten Tag konnten wir dort dann aber das Formular ausfüllen, alles schien gut bis: "Vous avez des photos?" Non, hatten wir natürlich nicht. Sie brauchten auch nicht etwa ein Passfoto, nein drei!
Einen weiteren Tag später konnten wir dann unser dossier mit den Passfotos vervollständigen und fühlten uns bestens für das rendez-vous im Sekretariat in weiteren vier Tagen gerüstet. Dort hatte man uns und unser rendez-vous aber inzwischen vergessen und wir mussten uns wieder in die Warteschlange einreihen. Schließlich das zweite (!) Zusammentreffen mit einer Sekretärin. Nur wusste die leider nicht, wie sie uns einschreiben sollte. (Frau Krampl hatte ausdrücklich betont, dass wir keine Erasmus-Studenten waren.) Ein reges Hin-und-her zwischen den Sekretärinnen begann. Die Sekretärinnen - eine jünger als die andere und irgendwie auch ahnungsloser - entschieden sich schließlich uns als étudiantes européennes aufzunehmen.
So weit, so gut. Also auf zur nächsten Etappe! Mit einem Ausdruck aus dem Sekretariat mussten wir in ein weiteres Büro gehen, in dem wir dann finalement die carte étudiante bekamen! (Nachdem wir dort noch kurz ein Passfoto machen mussten...) Da wir nun schon einmal dabei waren wollten wir uns auch noch das PCE (Passeport Culturel Etudiant) besorgen, mit dem man Vergünstigungen bei Kultur-Veranstaltungen bekommt. Man schickte uns zurück ins Studierendensekretariat, wo sich die Obersekretärin unserer annahm. Sie machte die Karten fertig, wir bezahlten, sie stellte fest, dass wir falsch eingeschrieben waren.
Um das zu regeln nahm sie uns mit zu einem Büro eine Etage höher - das wollte sie uns dann aber einfach nur zeigen - und im Entenmarsch begaben wir uns wieder zurück in ihr Büro. Jetzt endlich wurden wir richtig eingeschrieben, bekamen einen zweiten Satz Studienbescheinigungen (übrigens sehr praktisch, da wir sehr viele davon brauchten) und sie gab uns den PCE.
En conclusion haben wir über eine Woche gebraucht um unseren Studentenausweis zu bekommen (dass wir uns trotzdem nicht für die Lehrveranstaltungen anmelden konnten ist eine andere Geschichte), während der wir uns eigentlich ununterbrochen wir Asterix und Obelix auf der Suche nach dem Passierschein A 38 im "Irrenhaus" gefühlt haben.
Die spinnen, die Franzosen!!
1 Kommentar:
Hehe, endlich hat das mit eurem Internet geklappt. Finde den Blog super,
Hoffe, ich finde bald auch mal Zeit nach Frankreich zu kommen :),
Oli
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