Lang, lang ists her, seit der letzte Blogeintrag geschrieben und veröffentlicht worden ist. Aber es ist natürlich trotzdem viel passiert in unserer kleinen WG en France! Besonders spannend und erwähnenswert ist vor allem das Ausgrabungspraktikum, dass Alex und ich in Tautavel (Südfrankreich) gemacht haben.
Am 28. Juni ging unsere Reise abends auf dem Gare de Tours los. Von oben bis unten mit Taschen, Koffern, Luftmatratzen, Schlafsäcken und 2 (!) Zelten bepackt saßen wir endlich im Zug in Richtung Süden. Nach einem etwas längerem Aufenthalt an einem kleinen französischen Bahnhof, saßen bzw. lagen wir dann auch bald in einem Schlafwaggon, wo wir mehr oder weniger gemütlich die Nacht verbringen sollten. Wir klappten also unsere Sitze zurück, packten unsere Schlafsäcke und MP3-Player aus und schlossen die Augen... Bis auf einmal ein nervtötendes, lautes Schnarchen durch den ganzen Wagen halte! Bis wir um sieben Uhr am nächsten Morgen in den Bahnhof von Perpignan einrollten sollte uns dieses Geräusch verfolgen und vor allem den Schlaf rauben.
Nichts desto trotz waren wir in Perpignan voller Tatendrang und Vorfreude auf die Ausgrabung und machten uns frohne Mutes auf den Weg in Richtung Busbahnhof. Das chantier de fouille befand sich nämlich circa 30 km entfernt in der Nähe des lauschigen Örtchens Tautavel. In der Überfahrt sahen wir also keine allzu große Hürde. Leider vollkommen zu Unrecht! Nach nur circa 2-3 Stunden Wartezeit in Perpignan saßen wir zuerst einmal in einem Bus, der uns in das beschauliche Dörfchen Rivesaltes brachte. Der Busfahrer versicherte uns noch dass hier auch ganz bestimmt bald ein Bus nach Tautavel ankommen würde und verschwand... Er ließ uns etwas verwirrt unddesorientiert zurück. Wir wussten nicht genau wo besagter Bus ankommen sollte, so etwas wie einen Fahrplan gab es natürlich auch nicht, wann er kommen sollte blieb also auch ein Rätsel. Um die ganze Situation etwas klarer zu sehen sprachen wir den einzigen Menschen in der Umgebung an: eine Nonne. Leider konnte die uns aber auch nicht so richtig weiterhelfen, und so richtig verstehen konnten wir sie auch nicht, da sie einen seltsamen französisch-spanisch Mix gesprochen hat.
Wir warteten also. Und warteten. Und warteten. Und warteten.
Ganze 4 Stunden!
Dann endlich kam ein Bus, der auch tatsächlich nach Tautavel fuhr. Youpie! Wir waren die einzigen Fahrgäste und so brachte der Busfahrer uns direkt bis vor das Museum, an dem wir uns melden sollten. Während der halsbrecherischen Fahrt durch die sehr schöne und malerische Umgebung erzählte er uns, dass diese Buslinie in der nächsten Zeit eingestellt werden soll... ;) Aber das nur am Rande.
Wir standen also vor dem Musée de la Préhistoire de Tautavel. Oder besser gesagt vor einem großen großen Hügel mit einer langen langen Treppe an dessen Ende es sich befinden sollte. Inzwischen waren wir auch schon ein bischen angeschlagen und erschöpft von unserer Odyssee so dass wir etwas erschrocken vor diesem neuerlichen Hindernis standen. Aber auch dieses Problem konnte gelöst werden, wir gaben unsere Koffer bei einem jungen Paar in Gewahrsam und machten uns so unbeschwert an den Aufstieg.
Vor uns lag endlich das Museumsgebäude. Erleichtert stolperten wir auf den Eingang zu und versuchten mit letzter Kraft die Türen aufzudrücken - sie waren verschlossen! Mittagspause... Zum Glück dauerte die aber nur noch eine Viertelstunde, die wir dann auch geduldig abwarteten um schließlich der Museumsempfangsdame unser Anliegen - als Praktikantinnen auszugraben - vorzubringen. Sie wusste aber nichts von Praktikantinnen, die heute ankommen sollten. Und auch auf der Ausgrabung erreichte sie niemanden. Ihr Vorschlag war deshalb, wir könnten doch einfach die 5 Kilometer mal eben schnell zu Fuß laufen... Nicht dass wir viel, sehr viel Gepäck bei uns hatten und nein, wir waren nicht schon einige Stunden unterwegs. Wir sträubten uns also ein wenig. Und zu guter Letzt erbarmte sich ein anderer Mitarbeiter uns mit dem Auto zum chantier zu fahren. Puuuuh!!!
Fünf Minuten und einige Landstraßenkurven später waren wir schlussendlich an unserem Ziel angekommen: die Ausgrabungsstätte de la Caune de l'Arago! Und schon der erste Blick auf den Ort, an dem wir die nächsten vier Wochen verbringen sollten, entschädigte uns für unsere Mühen!
Montag, 20. Juli 2009
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