Natürlich blieb neben der harten Ausgrabungs-Arbeit trotzdem auch noch viel Zeit für schöne und lustige Unternehmungen! Und einige dieser Unternehmungen waren für uns sogar noch sehr lehrreich! So verbrachten wir einige Zeit damit eine Liste von typisch französischen Ausdrücken zusammenzustellen. Eine kleine Auswahl findet ihr in den "mots der Woche" ;)
Besonders toll fanden Alex und ich aber unseren Wochenendausflug nach Spanien ans Meer! Nach einigem Überreden und wiederholtem Nachfragen konnten wir 2 der französischen Ausgräber/Innen, die mit dem Auto angereist waren davon überzeugen mit uns zusammen eine Fahrt ans Meer zu organisieren. Und so saßen wir an einem herrlich sonnigen Sonntag auf 2 Autos verteilt und fuhren noch weiter in Richtung Süden! Unsere Fahrt wurde nur von einer Mittagspause mit Restaurant-Besuch unterbrochen, und schon lag das Mittelmeer vor uns. Herrlich!
Ansonsten haben wir noch einige kleinere Ausflüge und Spaziergänge nach Tautavel und Umgebung unternommen. Wir haben das "musée de la préhistoire" besichtigt, haben uns einen Vortrag über die Evolution des Affen angehört und sind in den Bergen herumgeklettert, haben im Verdouble gebadet, in der Sonne gelegen...
Und natürlich sind auch diverse Abendaktivitäten während der gesamten 4 Wochen nicht zu kurz gekommen! Wir konnten die Franzosen vor allem fürs Meiern begeistern. Allerdings scheint ihnen dieses Spiel nicht so wirklich zu liegen, was sie aber nicht davon abgehalten hat es wieder und wieder zu versuchen uns zu "besiegen" :)
Donnerstag, 20. August 2009
Buddelei in Tautavel! - Teil 3: les fouilles et la vie quotidienne
So weit so gut, wir waren wohlbehalten auf der Grabungsstätte angekommen, unser Zelt stand und die ersten sozialen Kontakte waren auch schon geknüpft. Kommen wir dann jetzt also zu den wirklich wichtigen Dingen ;)
Wie sah ein normaler Ausgrabungs-Arbeits-Tag in Tautavel aus?
- Variante 1: buddeln und alles was damit zusammenhängt: Es gibt da also zunächst einmal den ganz normalen Grabungsalltag. Das bedeutete für Alex und mich, dass der Wecker um 17 nach 7 Morgens klingelte, wir uns dann in Rekordtempo anzogen und die Zähne putzten und mehr oder weniger pünktlich um halb acht beim Frühstück saßen. Nur nebenbei sei erwähnt, dass das Frühstück schon nach kurzer Zeit etwas gewöhnungsbedürftig wurde, da es jeden Tag nur Baguette mit Aprikosenmarmelade gab! :) Um acht Uhr folgte dann ein eher unangenehmer Teil des Tages, das sogenannte "Topo", ein Vortrag über ein beliebiges archäologisches Thema, dass zu Tautavel passt. Das war ja eigentlich meistens auch recht interessant, aber es war halt trotzdem ziemlich früh und das ganze war auf französisch ... Auch das daran anschließende tamisage erfreute sich nicht allzu großer Beliebtheit bei den Ausgräbern. Immerhin musste man dafür morgens um 9 in kaltem Wasser auf glitschigen Steinen stehen und die bei der Ausgrabung angefallene Erd-und Steinmasse so lange sieben, bis sie komplett von Erde und anderem Dreck gereinigt war. Nun wurden alle Ausgräber in zwei Gruppen eingeteilt, die einen blieben "unten" und machten "lavage - marquage" (meistens mit Agnes) und die anderen kletterten zur Höhle hinauf um dort dann wirklich auszugraben. Zur lavage-marquage gehörte es die ausgegrabenen Objekte zu waschen (oft ganz klischeehaft mit Zahnbürste ^^) und danach fein säuberlich zu beschriften. Das war eigentlich eine ganz angenehme Arbeit, also nicht allzu anstrengend und kräftezehrend, allerdings wurde es umso kleiner die Objekte waren natürlich auch immer kniffliger! Am meisten Spaß machte aber natürlich das eigentliche ausgraben oben in der Höhle! Einziger kleiner Nachteil hier war nur dass man dazu erst einen nicht ganz kleinen Berg hinauf steigen musste und das meist in der drückendste Hitze. Einmal oben angekommen hatte man dafür einen herrlichen Blick über das Tal. Die Höhle selber war ziemlich groß und vor allem durch das langjährige Ausgraben schon ziemlich tief. Mit Hilfe von Schnüren und Gewichten hatte man sie in jeweils 1*1 Meter große carrés unterteilt die dann einzeln ausgegraben wurden. Dazu benötigte man ein "cahier de fouilles" eine Schaufel, einen Pinsel, Hammer und Meißel, einen Eimer und je nach carré noch ein "utile de dentiste" - ein Zahnartzinstrument! Je nach Härte des carrés arbeitete man sich dann mehr oder weniger schnell nach unten vor, wobei man alle anfallenden archäologischen Funde (Knochen, bearbeitete Steine, Holz, etc) sorgfältig und vorsichtig aus der Erde entfernte und dann für den Rücktransport aus der Höhle beschriftete. Der Fund musste dann noch gemessen, in das cahier de fouilles eingetragen und gezeichnet werden. Auch wenn sich das jetzt ziemlich einfach und unkompliziert anhört, konnte das ganze doch auch sehr kniffelig sein!
- Variante 2: le jour de service: Hier noch die weit unbeliebtere Arbeitsvariante in Tautavel. Jeden Tag wurden 1 bis 2 Ausgräber (je nach Personenzahl) zum Küchendienst abgestellt. Das hieß abends spülen, am nächsten Morgen dann früh aufstehen, Frühstück machen, spülen, Mittagessen kochen, spülen, schließlich noch das Abendessen kochen und zwischendurch die Sanitäranlagen zu reinigen sowie eine "tache spéciale" (wie z.B die Küche aufräumen) erledigen. Alex und mir graute von Anfang an vor diesem Tag. Wie sollten wir es je schaffen ein einigermaßen genießbares Essen für 15-20 Personen zu kochen?? Allerdings waren die Franzosen dann doch recht leicht zufrieden zustellen, wenn sie auch ihr eigenes Essen immer am liebsten mochten ;) Vor allem auf unsere Apfelpfannkuchen waren wir aber trotzdem recht stolz!
Buddelei in Tautavel! - Teil 2: Die Ankunft oder "punaise, wo sind die vernünftigen Toiletten?!"
Es war geschafft, wir waren in Tautavel auf dem Grabungsgelände! Dieses befindet sich am Fuße einer Hügelkette (oder Bergkette, wie auch immer). Der kleine Fluss Verdouble fließt hier zwischen den Bergen hindurch und bildet eine landschaftlich sehr schön anzusehende Felsschlucht. Alles in allem ein sehr schöner und gemütlicher Platz!
Man zeigte uns direkt nach der Ankunft den "Gemeinschaftsraum": eine alte inaktive Wassermühle, in der alle notwendigen Kücheneinrichtungen sowie ein Labor für kleinere Arbeiten eingerichtet sind. Auch dieses Gebäude schien auf den ersten Blick sehr malerisch zu sein, wir merkten aber recht schnell, dass in diesem Fall der erste Einblick täuschte. Die Küche konnte man nämlich nicht unbedingt als sauber bezeichnen- voller Mücken und anderer Insekten, überall Fett- und Schmierflecken und Essensreste...
Unser Fahrer zeigte uns dann noch schnell den Platz, an dem wir unsere Zelte aufschlagen konnten und verschwand wieder. Und Alex und ich saßen mutterseelenallein mitten in der Wildnis Frankreichs. Es hatte sich nämlich herausgestellt, dass Samstags der ausgrabungsfreie Tag war, alle anderen Ausgräber waren deshalb nicht da.
Die ganze Situation überforderte uns dann doch ein klein wenig und wir fühlten uns etwas verlassen und verloren :) Um dem entgegenzuwirken begonnen wir dann schnell mit dem Aufbau der Zelte. Schnell hatten wir ein hübsches Plätzchen unter einem hohen Baum gefunden, der uns kühlenden Schatten spenden sollte! Und auch das Errichten der zwei Zelte stellte kein allzu großes Problem dar. An dieser Stelle auch noch mal einen herzlichen Dank für die Verleihung des großen Zeltes! Dieses Zelt erwies sich nämlich schon bald als eine große Erleichterung, vor allem in platztechnischer Hinsicht und wir deponierten unsere Koffer und Taschen bequem in dem kleineren Zelt, dass wir dann auch direkt als "Ankleidezelt" tauften. ^^
Inzwischen hatten wir auch eine weitere wichtige Einrichtung für unser Leben hier in Tautavel entdeckt: die Sanitäreinrichtungen. Langsam und vorsichtig näherten wir uns dem etwas unscheinbaren grauen Häuschen am hinteren Ende des Campingplatzes. Was uns dort erwartete schockte uns dann doch ein wenig: es gab nur Stehklos!!! Und die waren noch dazu sehr sehr sehr versieeeft (ne Oma?!). Oh mein Gott, wie sollten wir das nur einen Monat durchhalten ohne richtig auf ein normales Klo gehen zu können?
Doch wir gaben die Hoffnung nicht auf und warteten einfach noch eine Weile mit dem ersten Toilettengang. Immerhin gab es an dem Häuschen noch eine weitere Tür, die allerdings verschlossen war.
Diesmal sollte sich unsere Geduld auch auszeichnen. Etwas später am Tag trafen die anderen Ausgräber/innen auch wieder am Camping ein. Und - oh Wunder - hinter der verschlossenen Tür verbarg sich tatsächlich ein weiterer Waschraum mit immerhin einer "normalen" Toilette. Hurra ;)
Jetzt war also auch der Einzug perfekt und wir konnten uns den angenehmeren Teilen des Tages widmen und lernten zuerst einmal die anderen Leute dort kennen.
Man zeigte uns direkt nach der Ankunft den "Gemeinschaftsraum": eine alte inaktive Wassermühle, in der alle notwendigen Kücheneinrichtungen sowie ein Labor für kleinere Arbeiten eingerichtet sind. Auch dieses Gebäude schien auf den ersten Blick sehr malerisch zu sein, wir merkten aber recht schnell, dass in diesem Fall der erste Einblick täuschte. Die Küche konnte man nämlich nicht unbedingt als sauber bezeichnen- voller Mücken und anderer Insekten, überall Fett- und Schmierflecken und Essensreste...
Unser Fahrer zeigte uns dann noch schnell den Platz, an dem wir unsere Zelte aufschlagen konnten und verschwand wieder. Und Alex und ich saßen mutterseelenallein mitten in der Wildnis Frankreichs. Es hatte sich nämlich herausgestellt, dass Samstags der ausgrabungsfreie Tag war, alle anderen Ausgräber waren deshalb nicht da.
Die ganze Situation überforderte uns dann doch ein klein wenig und wir fühlten uns etwas verlassen und verloren :) Um dem entgegenzuwirken begonnen wir dann schnell mit dem Aufbau der Zelte. Schnell hatten wir ein hübsches Plätzchen unter einem hohen Baum gefunden, der uns kühlenden Schatten spenden sollte! Und auch das Errichten der zwei Zelte stellte kein allzu großes Problem dar. An dieser Stelle auch noch mal einen herzlichen Dank für die Verleihung des großen Zeltes! Dieses Zelt erwies sich nämlich schon bald als eine große Erleichterung, vor allem in platztechnischer Hinsicht und wir deponierten unsere Koffer und Taschen bequem in dem kleineren Zelt, dass wir dann auch direkt als "Ankleidezelt" tauften. ^^
Inzwischen hatten wir auch eine weitere wichtige Einrichtung für unser Leben hier in Tautavel entdeckt: die Sanitäreinrichtungen. Langsam und vorsichtig näherten wir uns dem etwas unscheinbaren grauen Häuschen am hinteren Ende des Campingplatzes. Was uns dort erwartete schockte uns dann doch ein wenig: es gab nur Stehklos!!! Und die waren noch dazu sehr sehr sehr versieeeft (ne Oma?!). Oh mein Gott, wie sollten wir das nur einen Monat durchhalten ohne richtig auf ein normales Klo gehen zu können?
Doch wir gaben die Hoffnung nicht auf und warteten einfach noch eine Weile mit dem ersten Toilettengang. Immerhin gab es an dem Häuschen noch eine weitere Tür, die allerdings verschlossen war.
Diesmal sollte sich unsere Geduld auch auszeichnen. Etwas später am Tag trafen die anderen Ausgräber/innen auch wieder am Camping ein. Und - oh Wunder - hinter der verschlossenen Tür verbarg sich tatsächlich ein weiterer Waschraum mit immerhin einer "normalen" Toilette. Hurra ;)
Jetzt war also auch der Einzug perfekt und wir konnten uns den angenehmeren Teilen des Tages widmen und lernten zuerst einmal die anderen Leute dort kennen.
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