Dieses Wochenende bin ich wieder auf ein Fechtturnier gefahren, diesmal nach Nantes. Mit dem Ziel die Niederlage vom letzten Mal wett zumachen ging ich besonders motiviert in den Wettkampf! Das zahlte sich auch aus, schon nach der 11-er Vorrunde war ich ungeschlagen auf Platz eins gesetzt. Nach einem (deutlichen) 15:3 Sieg und einem weiteren (nicht ganz so deutlichen) 15:13 Sieg traf ich im Finale auf eine sehr kleine Französin. Für alle Fechtinteressierten: ja, es war ein typisches Damendegen-Gefecht. 0:0 nach dem ersten Drittel... Nachdem der Obmann dann aber Passivität angedroht hatte (Überspringen des zweiten Drittels) wurde das Gefecht doch noch ein bischen spannender. Bis es am Ende 10:10 stand. Die Auslosung des Vorteils verlor ich zwar, konnte dann aber trotzdem noch den entscheidenden Treffer setzen! Hurra! Das Beste an diesem Sieg war aber eigentlich der Preis, den ich gewonnen habe: eine Senseo-Kaffeemaschine! Sie gibt jetzt unserer Küche ein ganz neues Flair...
Dienstag, 28. Oktober 2008
une medaille d'or - Fechten die zweite
Sonntag, 26. Oktober 2008
allez a.s.g.t....
zu unterstützen doch als wir an der Halle ankamen, war die Überraschung groß... Wo waren die fahnenschwenkenden, biertrinkenden, mit Schals behangenen Männer? Wo die Polizisten, die Heim- und Gastfans trennten? Das Ganze hatte eher den Charme einer Familienveranstaltung, wo man es sich mit einem Crêpe gemütlich machte. Und dieser Eindruck bestätigte sich dann auch in der Halle: es gibt nur Sitzplätze, kein billiges Bier aus Pappbechern und keine Trennung der verschiedenen Fangruppen. Dementsprechend war die Stimmung eher bescheiden. Auch das Einlaufen der Mannschaft, begleitet von einem "Teufel" war eher lahm (zumindest im Vergleich zu den Iserlohner Roosters ;) ). 
Die richtige Atmosphäre wollte sich dann auch nicht einstellen, obwohl sich die 4 einzigen richtigen Fans mit ihren Trommeln wirklich Mühe gaben...

Naja, letztendlich konnten die schwarzen Teufel einen grandiosen 4 zu 1 Sieg einfahren; dabei fielen allerdings 3 Tore in den letzten 5 Minuten, aber da war die Stimmung auch wirklich gut...
Das nächste Mal gehen wir zum Basketball!
Dienstag, 21. Oktober 2008
erste Geburtstagsfeier
Nur ganz kurz und der Vollständigkeit halber, hier die Beschreibung einer französischen Geburtstagsfeier!
Gaanz viel zu essen, gaanz viel zu trinken, ... und gaaaaaanz viele französische Chansons aus den achtziger Jahren! Es wurden Zungenbrecher (auf französisch natürlich) geübt:
Un chasseur sachant chasser chassait sans son chien de chasse fit sécher ses chaussettes sur une souche sèche.
Der Abend verging wie im Flug und ohne dass ich es gemerkt hatte war es auf einmal fünf Uhr morgens geworden. Man brach auf. Da die Feier etwas außerhalb von Tours gewesen war, hatte ich mich mit einem Franzosen, Cédric, zu einer Fahrgemeinschaft zusammengeschlossen, mit dem Auto waren es gut fünf Minuten Fahrt. Allerdings kam mir der Rückweg auf einmal ungleich länger vor als die Hinfahrt... Auch Cédric ging das so, bis er dann auf einmal merkte, dass er in die falsche Richtung auf die Autobahn gefahren war!! Fünfzig Kilometer weiter kam glücklicherweise eine Ausfahrt, so dass wir nach circa einer Stunde wohlbehalten wieder in Tours ankamen.
Komisch, eigentlich dachte ich so was passiert nur Frauen, beziehungsweise nur meiner Mutter...
Freitag, 17. Oktober 2008
Uni-Leben à la française...
Bei einer Beschreibung unseres Lebens hier in Frankreich darf natürlich auch die Uni nicht zu kurz kommen, deswegen sind wir ja schließlich hier.
Das ist sie, die Sprach- und Geisteswissenschaften Fakultät, der Université François-Rabelais de Tours!
Hier sitzen Carmen und Alex und ich von Montags bis Donnerstags (ja, ganz richtig, Freitag haben wir FREI) in sehr sehr sehr stickigen Hörsälen (Franzosen scheinen es zu hassen Fenster zu öffnen) und lauschen den 120-minütigen Vorträgen der Dozenten. Schon ziemlich schnell haben wir festgestellt, dass uns das französische Uni-System nicht besonders gut gefällt. Die Studenten schreiben wie verrückt alles, aber auch wirklich alles mit, was der Professor so von sich gibt und lernen das dann für die Klausuren am Ende des Semesters auswendig. Mit seinem Professor zu reden ist dabei etwas fast schon Magisches. Franzosen haben scheinbar große Angst vor Professoren...
Aber alles in allem ist das für uns natürlich auch wieder gar nicht so schlecht. Immerhin müssen wir uns so nicht damit herumquälen uns während der Übungen französische Sätze zusammenzubasteln. Dafür müssen wir aber die so genannten commentaires de texte schreiben. Das heißt, man muss einen Text zu einem bestimmten Thema analysieren und vollkommen auseinanderpflücken um diese Analyse dann vor den anderen Studenten vorzulesen. (die machen sich währenddessen übrigens wieder fleißig Notizen...) Und, ganz wichtig, in diesem Zusammenhang, der Text sollte aus drei mal drei Kapiteln bestehen! Drei mal drei hat für die französischen Dozenten nämlich eine magische und perfekte Aura.
Aber, ich denke, dass wir uns insgesamt doch ganz gut schlagen. Auch wenn wir uns den ein oder anderen Unterpunkt aus den Fingern saugen müssen...
Mittwoch, 15. Oktober 2008
Der erste Monat, Teil 2
Da wir nicht vorhatten, uns die Außenwelt nur mit Postkarten und Rauchzeichen zu kontaktieren, standen wir bereits in der ersten Woche beim Internetanbieter unseres Vertrauens auf der Matte (dieser wurde bereits bei einem ersten Besuch nach den bedeutungsvollen Kriterien „Größe des Ladens“ und „Aussehen der Mitarbeiter“ von uns ausgewählt). Da lernten wir auch den Mann kennen, der uns für die nächsten 6 Wochen ein treuer Begleiter sein sollte: CHRISTOPHE! Ausgestattet mit rosa-weiß-rotem Hemd, öligem, haarreifgebändigten Haaren und einem neckischen Handy auf der Brust leitete er uns voller Begeisterung durch den Tarif-und Papierdschungel. Stolz verließen wir den Laden mit dem Versprechen „En 3 semaines, la box internet arrivera.“
Aber wenn wir unseren Vertrag kündigen, dann nur bei ihm…
RUGBY??? - AHHH, RÜGBIE...
Ok, wir waren da, unsere Wohnung war eingerichtet, der Kühlschrank war voller Bier. Wir wollten feiern! Doch bereits beim aufwärmen strich Carmen die Segel – krank. Somit blieben nur noch Kata und ich übrig.
So hatte jede von uns einen angenehmen Abend verbracht, den wir dann noch mit Baguette und Bier ausklingen ließen.
Dienstag, 14. Oktober 2008
Compétition à La Rochelle
Dieses Wochenende war ich hier in Frankreich auf meinem ersten Fechtturnier. Zusammen mit vier weiteren Fechtern und Fechterinnen aus Tours ging es Sonntagmorgen um 5.45 Uhr (!) los. Eine allererste kleine Schwierigkeit hatten wir dann aber schon vor der Abfahrt: Wie verstaut man fünf Fechttaschen in einem normalen PKW?? Am Ende musste Cédric eine der kleinen Taschen auf dem Schoß nehmen und wir konnten losfahren!Im circa 250km entfernten La Rochelle angekommen hatten wir Mädchen noch viel Zeit um uns aufzuwärmen und auf die Gefechte vorzubereiten. Und in der Cafeteria gab es tolle Schokobrötchen...
Als dann die Vorrunden begannen schlugen wir uns alle ersteinmal recht gut. Ludivine, für die es ihr erstes Turnier war, sammelte wertvolle Erfahrung. (das sagt man wohl so, aber ich glaube sie hatte auch wirklich Spaß am Fechten, obwohl sie alle ihre Gefechte verloren hat) Charlène und ich überstanden die Vorrunde auf Platz fünf und eins :> . Leider, leider konnte ich meine gute Form im kommenden KO-Gefecht nicht halten und verlor 10:11 gegen eine gewisse Céline (dazu später mehr). Aber Charlène gewann und hatte somit den dritten Platz sicher. Als nächste verlor auch sie gegen Céline, alle Tourser FechterInnen waren aus dem Turnier ausgeschieden... Aber immerhin ein Treppchenplatz! Für den Charlène außerdem noch eine Schachtel Austern, einen riesigen Pokal und einen Degen (!) bekam. Hätte ich auch wohl gebrauchen können :>
Aber der Tag war noch lange nich zu Ende! Im Gegenteil, jetzt wurde es erst richtig lustig. Wir machten zunächste einen kleinen Spaziergang am alten Hafen von La Rochelle. Das war sehr malerisch und idyllisch! Zwischen zwei alten Steintürmen fuhren die Segelboote hinaus ins offene Meer, der untergehenden Sonne entgegen.... hach... Schließlich suchten wir uns eine kleine Bar am Hafen auf deren Terasse wir uns eine kleine Getränkepause gönnten. Dort stieß dann auch noch Noel (ein ehemaliger Fechttrainer aus Tours, der jetzt in La Rochelle arbeitet) zu uns. Er war recht erbost, dass Charlène und ich beide gegen diese Céline verloren hatten. Es stellte sich heraus, dass es sich bei ihr um seine Exfreundin handelte, die auch durch ihn zum Fechten gekommen war... Wir mussten ihm dann versprechen auf dem nächsten Turnier auf jeden Fall gegen sie zu gewinnen :) Inzwischen war es dunkel und auch ein bischen kühl geworden, so dass wir uns in eine nahe gelegene Pizzeria begaben. Ein tolles Restaurant übrigens! Jede Wand war anders tapeziert, alle Tische und Stühle waren unterschiedlich, alles war knallebacke bunt!! Und die Pizza war auch klasse! Dort verbrachten wir jetzt den Rest des Abends. Die Französinnen wunderten sich, dass auch in Deutschland zwischen Sommer- und Winterzeit gewechselt wird, Noel wunderte sich, dass ich nicht wusste, dass im Moment Oktoberfest in München ist und ich wunderte mich, dass ich fast alles verstand, was um mich herum gesprochen wurde! Es war ein toller und unterhaltsamer Abend.
Um ein Uhr Nachts kamen wir schließlich wieder in Tours an und ich fiel hundemüde ins Bett und schlief ganz tief und fest...
Erste Bild-Impressionen!
So, hier schon mal ein paar Bilder aus dem schönen Tours. Das ist nur eine erste Auswahl, bald gibt es noch ganz viele neue und auch aktuellere Photos...
... ohne Worte...
Alex' Geburtstag
la Loire...
Mhm, lecker, Linsensuppe! :)
Der erste Monat
- AU REVOIR LES FILLES!
Es ist der 31. August. Gleich geht es los ins ferne Frankreich, ins Land der Weine, der Schlösser und der Schokobrötchen. Alle Sachen sind gepackt, ich bin abfahrbereit. Jetzt bringe ich noch Rabea, die auf Klassenfaht (auch nach Frankreich :>) fährt, zum Bus.
Es ist ziemlich traurig, aber auch ein klein bischen lustig: Rabea und ich fallen uns direkt vor dem Bus weinend in die Arme. Die ganzen Eltern und Lehrer um uns herum gucken ein bischen pikiert, man kann fast hören, wie sie denken: "Ist doch nur eine Woche..." Aber ist ja gar nicht nur eine Woche, es sind ganze 1 1/2 Jahre, da darf man ja wohl ein bischen weinen!
Wieder zu Hause erwartet mich dann eine böse Überraschung: Manfred und Early haben gerade das Auto abgeholt. Und zwar nur das Auto, der Anhänger ist kaputt! Jetzt wirds aber ziemlich eng mit den ganzen Sachen und Möbeln und Klamotten... (Vor allem meine Kuscheltiere leiden darunter, sie werden von Manfred ganz lieblos in den KÜHLSCHRANK gequetscht!!)
Aber wir fahren erstmal weiter nach Bochum. Also der nächste Abschied, diesmal von Gilla. Oli kommt noch mit um eventuell überflüssige Sachen wieder mit zurückzunehmen. Wir packen meine Sachen ein, fahren dann zu Alex, packen ihre Sachen ein und sind schließlich bei Carmen. Jetzt wirds ernst, jetzt kommst der letzte Abschied, wenn wir das nächste Mal aus dem Auto steigen, haben wir Deutschland für das nächste halbe Jahr verlassen!
...
Mitten in der Nacht überqueren wir schließlich die französische Grenze!
...
Gegen neun Uhr am Montag Morgen sind wir angekommen:
4 rue jolivet
37000 Tours
Unser neues Zu Hause für die nächsten eineinhalb Jahre. Das Abenteuer Auslandsaufenthalt kann beginnen!
- LA CARTE ETUDIANTE ODER: UNSER PASSIERSCHEIN A38
"Wenden Sie sich an das Studierendensekretariat, bringen Sie einen Ausweis mit. Dann bekommen Sie den Studentenausweis und können sich für Sport- und Lehrveranstaltungen anmelden." So hatte es uns Frau Krampl, die Verantwortliche des cursus intégré, in einer Mail beschrieben. Kein Problem also, alles ganz einfach und wir hätten die carte étudiante. Ohne die man übrigens im Tourser Uni-Leben nicht sehr weit kommt...
Wir standen jetzt vor besagtem Studierendensekretariat. Aber surprise, surprise: Mittagspause! Zwischen 12.30Uhr und 14Uhr ist die gesamte Uni wie ausgestorben. Nach ungefähr einer Stunde kamen wir zurück zum Sekretariat, vor dem sich inzwischen eine recht lange Schlange gebildet hatte. Eine weitere halbe Stunde Warten später sprachen wir endlich zum ersten (!) Mal mit einer der Sekretärinnen. Aber, deuxième surprise, wir bekamen keinen Ausweis. "Vous devez d'abord imprimer des fiches en ligne." Okay, also ein Einschreibungsformular.
Ein anonymer Hinweis führte uns als nächstes zu dem Büro der relations internationales. Dort sollte man besagtes Formular ausfüllen können. Wie es der Zufall wollte war auch bei den relations internationales gerade Mittagspause...
Am nächsten Tag konnten wir dort dann aber das Formular ausfüllen, alles schien gut bis: "Vous avez des photos?" Non, hatten wir natürlich nicht. Sie brauchten auch nicht etwa ein Passfoto, nein drei!
Einen weiteren Tag später konnten wir dann unser dossier mit den Passfotos vervollständigen und fühlten uns bestens für das rendez-vous im Sekretariat in weiteren vier Tagen gerüstet. Dort hatte man uns und unser rendez-vous aber inzwischen vergessen und wir mussten uns wieder in die Warteschlange einreihen. Schließlich das zweite (!) Zusammentreffen mit einer Sekretärin. Nur wusste die leider nicht, wie sie uns einschreiben sollte. (Frau Krampl hatte ausdrücklich betont, dass wir keine Erasmus-Studenten waren.) Ein reges Hin-und-her zwischen den Sekretärinnen begann. Die Sekretärinnen - eine jünger als die andere und irgendwie auch ahnungsloser - entschieden sich schließlich uns als étudiantes européennes aufzunehmen.
So weit, so gut. Also auf zur nächsten Etappe! Mit einem Ausdruck aus dem Sekretariat mussten wir in ein weiteres Büro gehen, in dem wir dann finalement die carte étudiante bekamen! (Nachdem wir dort noch kurz ein Passfoto machen mussten...) Da wir nun schon einmal dabei waren wollten wir uns auch noch das PCE (Passeport Culturel Etudiant) besorgen, mit dem man Vergünstigungen bei Kultur-Veranstaltungen bekommt. Man schickte uns zurück ins Studierendensekretariat, wo sich die Obersekretärin unserer annahm. Sie machte die Karten fertig, wir bezahlten, sie stellte fest, dass wir falsch eingeschrieben waren.
Um das zu regeln nahm sie uns mit zu einem Büro eine Etage höher - das wollte sie uns dann aber einfach nur zeigen - und im Entenmarsch begaben wir uns wieder zurück in ihr Büro. Jetzt endlich wurden wir richtig eingeschrieben, bekamen einen zweiten Satz Studienbescheinigungen (übrigens sehr praktisch, da wir sehr viele davon brauchten) und sie gab uns den PCE.
En conclusion haben wir über eine Woche gebraucht um unseren Studentenausweis zu bekommen (dass wir uns trotzdem nicht für die Lehrveranstaltungen anmelden konnten ist eine andere Geschichte), während der wir uns eigentlich ununterbrochen wir Asterix und Obelix auf der Suche nach dem Passierschein A 38 im "Irrenhaus" gefühlt haben.
Die spinnen, die Franzosen!!