RENDEZ-VOUS AVEC CHRISTOPHE...
Da wir nicht vorhatten, uns die Außenwelt nur mit Postkarten und Rauchzeichen zu kontaktieren, standen wir bereits in der ersten Woche beim Internetanbieter unseres Vertrauens auf der Matte (dieser wurde bereits bei einem ersten Besuch nach den bedeutungsvollen Kriterien „Größe des Ladens“ und „Aussehen der Mitarbeiter“ von uns ausgewählt). Da lernten wir auch den Mann kennen, der uns für die nächsten 6 Wochen ein treuer Begleiter sein sollte: CHRISTOPHE! Ausgestattet mit rosa-weiß-rotem Hemd, öligem, haarreifgebändigten Haaren und einem neckischen Handy auf der Brust leitete er uns voller Begeisterung durch den Tarif-und Papierdschungel. Stolz verließen wir den Laden mit dem Versprechen „En 3 semaines, la box internet arrivera.“

In diesen 3 Wochen quoll unser Briefkasten von Briefen des besagten Anbieters über und auch unsere neuerworbenen Handykarten vibrieren mindestens 3mal die Woche mit irgendwelchen Werbeangeboten. Leider waren die erwartungsvoll geöffneten Briefe stets so kryptisch verfasst, dass unser Verstand und unsere Wörterbücher keinerlei Sinn in ihnen sahen und deswegen statteten wir Christophe regelmäßig besuche ab. Letztendlich haben uns die anderen Mitarbeiter schon gar nicht mehr bedient und wir konnten hocherhobenen Hauptes an der Schlange vorbei in die Arme unseres Internethelden stolzieren. Nach 5 Wochen ein erster Erfolg: die Internetbox kam endlich an. Dank der Kompetenz, die die männliche Seite immer aufbringt, wenn es um Computerkram geht (Robert und Thomas waren zu Besuch), stand die Box bald einsatzbereit und lustig blinkend in der Ecke. Dummerweise leuchtete das Internetlicht nicht; das wäre ja auch zu einfach gewesen. Unser Anbieter (für den ich auf diesem Weg keine Werbung machen möchte) hielt es für sinnvoller, die Box bzw. den Telefonanschluss erst eine Woche später zu aktivieren. Doch als wir dann auch noch die richtige Telefondose gefunden hatten (wir haben nämlich 2 ;)) funktionierte alles einwandfrei. Eigentlich schade, weil wir keinen Grund mehr haben, Christophe zu besuchen :)
Aber wenn wir unseren Vertrag kündigen, dann nur bei ihm…
RUGBY??? - AHHH, RÜGBIE...
Ok, wir waren da, unsere Wohnung war eingerichtet, der Kühlschrank war voller Bier. Wir wollten feiern! Doch bereits beim aufwärmen strich Carmen die Segel – krank. Somit blieben nur noch Kata und ich übrig.

Schnell in gute Klamotten geschmissen, ein paar Kronenbourg getrunken und schon gings los. In unserem lieblings Irish Pub mussten wir dann erstmal anhalten um uns zu stärken und den weiteren Abend zu planen. Dieses „Planen“ dauerte aber etwas länger und irgendwann kuckten wir hoch und fanden uns plötzlich 5 Männern gegenüber, die uns begeistert zulaberten. Nach einiger Zeit hatten sich die Fronten geklärt: die Jungs waren Teil einer pariser Rubgy („rügbie“) Mannschaft und wir waren „ls petites allemandes blondes“, die mit Getränken versorgt wurden. Der Franzose an sich ist wirklich so flirtfreudig, wie es sich die leidgeprüfte deutsche Frau denkt… Unter Komplimenten („Avec toi, je veux aller jusqu’à la fin du monde. – Mais c’est trop loin.“) und anderen Nettigkeiten erklärten wir uns schließlich bereit, eine andere Bar aufzusuchen. Leider wussten wir nicht, dass in dieser anderen Bar der Rest des Rugby („Rügbie“) –teams auf uns wartete und so wurden wir laut gröhlend und mit Schweißgeruch von ca. 30 Männern empfangen. Entsprechend schnell waren wir auch wieder draußen. Doch unser Empfangskomitee ließ sich nicht so schnell abschütteln und schleppte uns zu einer Disko mit böse ausschauenden Bodyguards und 10 Euro Eintritt. Unsere Motivation sank und als wir uns dann auch noch umdrehten und die restlichen Spieler auf uns zuwanken sahen, machten wir uns schnell aus dem Staub. Heile zu Hause angekommen (es war mittlerweile 3 Uhr) fanden wir Carmen mit einem Bügeleisen vorm Fernseher! Sie hatte unsere tagsüber gewaschene Wäsche fast komplett trockengebügelt…und das war eine Menge, eine XXL-Waschmaschine.

So hatte jede von uns einen angenehmen Abend verbracht, den wir dann noch mit Baguette und Bier ausklingen ließen.
1 Kommentar:
ziemlich schmalzig der typ .. ;)
Kommentar veröffentlichen